Per Kopfsprung mitten ins  Ungefähre
Bild: Pieper
Herbert Schoppmann stellt seine Malerei bis 7. Oktober im Gütersloher Kreiskunstverein aus.
Bild: Pieper

Für einen Moment glaubt man etwas Konkretes zu erkennen. Schon taucht die vermeintliche Form kokett im nächsten Farbwirbel unter. Es ist die pure malerische Verführung.

Per „Kopfsprung“ – einfach eintauchen und erleben, was passiert – sollte man sich der gleichnamigen Ausstellung im Gütersloher Veerhoffhaus nähern. Ab Sonntag, 26. August, 11.30 Uhr gewährt der Kreiskunstverein anhand von 44, zum Teil großformatigen Arbeiten einen Einblick in Schoppmanns Welt.

Herbert Schoppmann wurde 1952 in Warendorf geboren. Die Freundschaft zu Peer Stuwe, Sohn des in Ennigerloh ansässigen Künstlers Albert Stuwe, brachte ihn zur Kunst. Schoppmann studierte von 1974 bis 1979 an der Kunstakademie Münster, war Meisterschüler bei Professor Kuhna und absolvierte von 1975 bis 1981 auch noch ein Philosophie-Studium. Als Künstler hat er unter anderem schon im Landesmuseum Münster, in der Bielefelder Kunsthalle und in der Städtischen Galerie Osnabrück ausgestellt. Als Kunstlehrer unterrichtet er am Gymnasium in Ahlen.

Er ist Mitbegünder und Keyboarder der Experimentalgruppe „Error Six“. Mit der Band spielt er nicht nur zur Vernissage am Sonntag, 26. August, ab 11.30 Uhr, sondern gibt auch am 3. Oktober ein Konzert in der Gütersloher Weberei.

Schoppmann ist in Münster verheiratet. Sein Atelier hat er in der Orangerie von Haus Stapel in Havixbeck.

Sie basiert auf gewollter Konfrontation. Fließende Strukturen prallen auf geometrische Einfassungen. Amorphes wächst sich durch Spiegelungen zu Kristallinem aus. Eine alogische Architektur bildet trügerische Räume, aus denen die Farbstrudel und -blasen wie flüchtige Gedanken entweichen. So entstehen abstrakte Bilder, die wie ein Echo auf eine bekannte Gegenstandwelt wirken und gleichzeitig Vorahnung sind auf das, was entstehen könnte. Schoppmann geht es um die Entdeckung und Bändigung des künstlerischen Potenzials.

Dabei gerät alles in Bewegung Und doch ist ein rigides Ordnungsprinzip erkennbar: Der Münsteraner Künstler mit Atelier in Havixbeck konstruiert seine Bilder perfekt durch, balanciert gekonnt zwischen Hell und Dunkel, zwischen Konzentrat und Verdünnung, bringt entspannende Freiflächen und Konzentration forderndes Getümmel in Einklang. Ganz der experimentierfreudige Musiker, komponiert er seine Farbsymphonien mit dem Pinsel. Schlägt den Takt mit Schwarz, bringt Grau oder Türkis, Rot oder Braun zum Akkord mit ein. Jedes fertige Bild hallt nach und wird zum Resonanzboden für die nächste Arbeit.

Dass der Künstler mitunter Röntgenbilder in seine Malerei einbettet, gibt seinen Werken eine weitere, transparente, nach innen gerichtete Dimension. Dass er kleinere Bilder mit Buntstiften malt, ist eine spielerische Variante seines Könnens. Und dass er seit Juni auch noch als

Vernissage:

Sonntag, 26. August, 11.30 Uhr, Veerhoffhaus Gütersloh, Am Alten Kirchplatz

Öffnungszeiten:

donnerstags und freitags, 15 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 19 Uhr

Aussstellungsdauer:

bis 7. Oktober

Autor einer ironischen, zum Teil autobiografisch gefärbten Abrechnung mit dem Künstlerdasein und dem Kunstbetrieb („Die Kunst ist im Keller“, Verlag: Monsenstein und Vannerdat) zeichnet, macht die Annäherung auch nicht leichter. Wie gesagt, harmlos ist bei Herbert Schoppmann gar nichts.

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