Politik begrüßt Fahrplan für Digitalkonzept
Tablet-Computer für die Schule und zur privaten Nutzung: Die Schüler der Gütersloher Schulen sollen nach einheitlichem Standard ausgerüstet werden.

Das Konzept beschreibt, wie die Jahrgänge eins bis sechs mit Klassensätzen von iPads ausgestattet werden sollen. Ab Klasse sieben sollen die Eltern für die Geräte aufkommen. Jeder Schüler soll ein iPad oder ein Laptop auch zur privaten Nutzung erhalten bei monatlichen Kosten für die Eltern zwischen 13,50 Euro und 30 Euro – je nach Laufzeit und Umfang des gebuchten Pakets. Für bedürftige Familien soll es Hilfen geben.

Bildungsdezernent Henning Matthes erläuterte, alle Schulen sollten möglichst im Gleichschritt ausgestattet werden mit einheitlichen Standards in den jeweiligen Jahrgängen. Es handele sich um einen „wesentlichen Investitionsvorschlag“, weshalb das Vorhaben auch evaluiert werden müsse. „Wir wollen mit zukunftsfähiger Ausstattung in zukunftsfähige Bildung investieren“, sagte der Beigeordnete.

Mustergültige Vorlage

„Das ist ein richtig guter Tag für Gütersloh“, sagte Dr. Martin Göcke (SPD). Er lobte die „mustergültige Vorlage“, insbesondere die rechtliche Einordnung zur Finanzierung der Geräte, die vom Land NRW so nicht geliefert werde. Wichtig sei die Einheitlichkeit der Geräte, auch um Synergien in der Betreuung heben zu können. Das Sozialkonzept für Schüler, deren Eltern sich kein Gerät leisten können, sei überzeugend. Es werde aber sicher an einigen Stelle Härtefälle geben und man werde dann nachjustieren müssen. Bernd Nickella (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, ein solches Konzept könnten nicht viele Gemeinden vorweisen. Er glaube, „dass Gütersloh da ganz gut aufgestellt ist“. Die iPads ersetzten auch Lexika und Atlanten, seien mithin den Lernmitteln zuzuordnen. Das Land müsse den Kommunen die Kosten erstatten.

Investition soll trotz Corona-Pandemie geleistet werden

Christiane Ziegele (BfGT) sagte, Familien, die bei der Anschaffung unterstützt würden, müsse auch W-Lan zur Verfügung gestellt werden. Von einer „großartigen Vorlage“ sprach auch Nils Wittenbrink (CDU). Mit der Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen habe die Verwaltung „Pionierarbeit“ geleistet. Die Investition müsse die Stadt trotz oder gerade wegen Corona leisten. Heike Neef, Leiterin der Grundschule Kattenstroth, betonte, wie wichtig es sei, die Geräte in der Schule zu haben und gleichmäßiges Lernen gewährleisten zu können. Christiane Piepenbrock, Leiterin der Geschwister Scholl-Schule, forderte den „digitalen Ausbruch für alle“ und einheitliche Voraussetzungen für alle Kinder eines Schulsystems.

SOCIAL BOOKMARKS