Polizei stoppt Kaffeefahrt nach Nottuln
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Vor allem auf ältere Menschen haben es die Veranstalter von Kaffeefahrten abgesehen – wie auf diesem Symbolbild.  
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Ihnen wurden Wertgeschenke, eine kostenlose Tombola mit Sofortgewinnen sowie weitere verlockende Vorteile versprochen. Ein Haltepunkt war der ZOB. Der Bus aus Cloppenburg traf laut Polizei gegen 8.20 Uhr ein und hatte schon fünf ältere Fahrgäste aus Verl und Brackwede an Bord. Zwei weitere Senioren aus Gütersloh sollten am ZOB zusteigen.

Ermittlungen gegen Busfahrer aufgenommen

Kriminalbeamte des Bereichs Kriminalprävention sowie des Verkehrsdienstes der Polizei Gütersloh und Mitarbeiter des Ordnungsamts warteten schon. Bei der Kontrolle habe sich der Verdacht einer „höchst unseriösen Verkaufsfahrt“ bestätigt, so die Polizei. Der selbstständige Busfahrer und -unternehmer habe zunächst gesagt, er habe den Auftrag mündlich angenommen und einen Pauschalpreis vereinbart. Er kenne zwar den Auftraggeber, ein Schweizer Unternehmen. Es gebe aber weder einen schriftlichen Vertrag, noch könne er einen Ansprechpartner oder eine Telefonnummer nennen.

Wie die Polizei ermittelte, war der tatsächliche Zielort der Kaffeefahrt die Gemeinde Nottuln im Kreis Coesfeld. Dort sei eine nicht ordnungsgemäß angemeldete Verkaufsveranstaltung geplant gewesen. Die Polizei nahm Ermittlungen gegen den Busunternehmer wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung auf. Auch bei der Kontrolle des Busses wurden die Beamten fündig. Ergebnis: Es wurden Anzeigen wegen mehrerer Ordnungswidrigkeiten aufgenommen.

Gemeinde Nottuln plant Anzeige gegen Veranstalter

Der Busfahrer habe keinen gültigen Personenbeförderungsschein vorweisen können und hätte keine Fahrgäste transportieren dürfen. Die Polizei untersagte eine weitere Beförderung. Die Senioren mussten die Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten.

Das für die Veranstaltung zuständige Ordnungsamt in der Gemeinde Nottuln wurde ebenfalls informiert. Es werde voraussichtlich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung gegen den Veranstalter einleiten, heißt es im Bericht.

Marco Hein vom Kommissariat für Kriminalprävention: „Die Teilnahme an einer Kaffeefahrt stellt häufig ein Risiko dar. Der Zielort ist vorher nicht bekannt. Im schlimmsten Fall führt die Fahrt Sie ins Ausland. Außerdem zeigt die polizeiliche Erfahrung immer wieder, dass der oftmals schlechte technische Zustand der Busse sowie übermüdete Busfahrer ein Unfallrisiko darstellen.“

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