Protestmusik begeistert Grundschüler
Bild: Steinecke
Das Moderatorenduo Britta Grabitzky und Uwe Sommer-Sorgente fand den richtigen Ton, um die Grundschüler im ausverkauften Theatersaal für die Musik der Bielefelder Philharmoniker zur begeistern.
Bild: Steinecke

 „Streitmusik, bei der die Fetzen fliegen“, hatte Moderatorin Britta Grabitzky den Grundschülern im Theater Gütersloh versprochen – und die Bielefelder Philharmoniker hielten am Mittwochvormittag Wort. „So geht’s nicht weiter oder: Wie sagt man mit Nachdruck Nein?“ lautete das Thema. Zum dritten Mal gastierte das Bielefelder Orchester unter der Leitung von Narah Chung an der Dalke, um Schülern „voll fett“ musikalische Protestnoten zu verabreichen.

„Wogegen kann man überhaupt protestieren?“, fragte das Moderatorenteam Britta Grabitzky und Uwe Sommer-Sorgente eingangs in den voll besetzten Theatersaal. „Gegen Geigen oder gegen Handys mit Vertrag oder gegen die FDP“, kam es wie aus der Pistole geschossen zurück. Mitmach-Theater kann ja so herrlich spontan sein.

„Die Kinder geben gute Antworten“, sah sich das Duo auf der Bühne auf dem richtigen Weg. „No, nej, ei, niet, nann oder cha“, so heißt Nein in einigen Sprachen der Welt. Die geforderten Sprechchöre der Kinder hallten eindrucksvoll zur Bühne herunter. „Es geht aber auch mit einem einfachen Kopfschütteln“, stellte Sommer-Sorgente eine weitere Variante vor. Eine, die nicht sonderlich gut ankam. Schnell kam der deutliche Widerspruch aus dem Zuschauerraum. „Ah, die Kinder protestieren“, freute sich Sommer-Sorgente über den frühen Erfolg.

Weniger die mitgereisten Lehrer. Derart entfacht, nutzten die Schüler das Mitspracherecht zu ausgiebigen Diskussionen mit dem Sitznachbarn. Da half dann der alte Lehrertrick, solche Störungen durch das Auseinandersetzen der Teilnehmer kurzerhand zu unterbinden. Wäre auch schade gewesen, die spannenden Momente der Musik beim Schwätzchen zu verpassen. Die französische Nationalhymne „La Marseillaise“ zum Auftakt sorgte für offene Münder. Neugierig verfolgten die Mädchen und Jungen, wie sich die Töne entfalten und durch den Raum wandern. Die Dynamik zwischen den leisen und lauten Passagen, die Lebendigkeit, mit der die verschiedenen Instrumentalgruppen zusammenspielen. Das hat eine andere Qualität als die glattgebügelte Frequenzkurve aus dem MP 3-Player.

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