Pure Unterhaltung: Wilsberg im Doppelpack
Bild: Dünhölter
Wilsberg im Doppelpack: (v. l.) Mit dem Schauspieler Leonard Lansink hatte Moderator Thorsten Wagner, als Vorsitzender des Theaterfördervereins auch Gastgeber der Veranstaltung, einen ebenso gut gelaunten Gesprächspartner wie mit Autor Jürgen Kehrer.
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Im Rahmen der neuen, vom Theaterförderverein ins Leben gerufenen Reihe „Theaterfreunde in der Skylobby“ servierte Lansink zusammen mit dem Autor Jürgen Kehrer „Wilsberg im Doppelpack“.   Der Mann mit der Reibeisenstimme, der auch als Joe-Cocker-Double durchgehen könnte, gab sich ausgesprochen locker und gut gelaunt. Er outete sich sowohl als großer Fan des Gütersloher Theaters als auch als „Ehren-braumeister“ der Oelder Privatbrauerei Potts. Und er verriet, warum ausgerechnet Shakespeares „Richard III.“ seine Traumrolle ist.

Aber zunächst ging es um Wilsberg, der in zwei Kurzgeschichten – „Raucher sind Mörder“ und „Nie mehr Wilsberg“– heraufbeschworen wurde. 1990 hatte Bestseller- und Krimiautor Jürgen Kehrer die Romanfigur erfunden. Mittlerweile liefert der geistige Vater aber nur noch den Stoff für eine von vier pro Jahr ausgestrahlten Folgen wie der Autor unter anderem beim anschließenden vergnüglichen Small-Talk mit dem Publikum und Moderator Thorsten Wagner verriet.

 Letzterer war als Vorsitzender des Theaterfördervereins gleichzeitig Gastgeber der ausverkauften Veranstaltung. Die Idee, für die Premiere der neuen Reihe „Wilsberg im Doppelpack“ zu buchen, lag für Wagner auf der Hand: „Schließlich hat Wilsberg nicht nur eine riesige Fan-Gemeinde, sondern Lansink hat als Schauspieler auch schon in Gütersloh gastiert.“ Zusammen mit Heinrich Schafmeister hatte er im vergangenen Jahr als „Ein seltsames Paar“ auf der Bühne gestanden. Außerdem sei der Theaterförderverein mehr als „nur“ ein „Geldsammelverein“, ließ Thorsten Wagner das Auditorium wissen.

Als Moderator wusste er seinen Gästen einige Anekdoten zu entlocken. So betonte Kehrer, dass er es keineswegs langweilig oder gar provinziell finde, immer nur in Münster zu drehen und erzählte von einem realen Juwelierüberfall am Prinzipalmarkt, der just in dem Augenblick stattfand, als er dort gerade einem Fernsehteam ein Interview gab. „Die Passanten blickten zu uns und glaubten, wir würden drehen. Sie warteten auf einen Ruf wie ,Klappe‘ oder ,Action‘, während die Ganoven tatsächlich schossen.“ Ob er solch ein Erlebnis als Vorlage für eine weitere Wilsberg-Folge nutzen wolle, ließ Kehrer allerdings offen.

Von Rollenträumen und Traumrollen

Da gab sich Lansink schon gesprächiger. Seinen Eintritt in die SPD 2005 begründete er damit, dass es ihm „ein unerträglicher Gedanke“ gewesen sei, dass Edmund Stoiber Bundeskanzler werden wollte. „Später bin ich dabei geblieben, weil man nicht geht, nur weil es nicht mehr gut läuft. Das ist wie bei Schalke 04.“

Und nicht nur mit seinem Werbeblock für den großen Hausgerätehersteller – „Miele ist wichtig für mein Leben. Das sind richtig gute Produkte“ – wusste der Mime an der Dalke zu punkten. Mit Blick auf den anwesenden Theaterchef Christian Schäfer schmeichelte Lansink: „Wenn Sie ins Theater gehen, gehen Sie hier ins Theater. Das ist ein wunderschönes Haus.“

Einmal so richtig in Stimmung gekommen, stellte sich der so unkompliziert wirkende Schauspieler nach mehr als zwei Stunden Programm noch bereitwillig für unzählige gewünschte Erinnerungsfotos mit den Fans in Positur und gab Autogramme bis zum Abwinken. Und was hat es nun mit der Traumrolle als „Richard III.“ auf sich? Lansink: „Der sieht Sch . . . aus, hinkt, und kriegt trotzdem eine Frau ab. Was will man mehr?“ Das hätte auch von Wilsberg kommen können.

 

 

 

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