Putznotstand an Schulen bereitet Sorgen
Bild: Dinkels
Auch an der Grundschule Heidewald war der Putznotstand ausgebrochen.
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Der Dienstleister habe 24 von 38 in Fremdreinigung vergebene Objekte betreut, berichtete der Beigeordnete Henning Matthes, darunter Schulen, Kindertagesstätten und Sporthallen. Zum 15. Oktober habe er die Reinigung komplett eingestellt. Zwei andere Dienstleister seien eingesprungen, die aber auf die Schnelle nicht über ausreichendes Personal verfügt hätten. Sie hätten schon Mitarbeiter des Vorgängers übernommen. Sie würden die Reinigung bis Ende Juli 2020 übernehmen. In der Zwischenzeit werde europaweit neu ausgeschrieben.

Eine so „drastische Situation“ habe es bisher nicht gegeben, sagte Matthes. Namentlich nannte er Ausfälle in den Grundschulen Heidewald, Isselhorst und der Kapellenschule sowie in der Kindertagesstätte Weserstraße sowie einer weiteren Schule. Auch in den nächsten Wochen werde es noch Defizite geben, sagte Matthes.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Ostermann sagte, die Fremdvergabe sei damals ganz eindeutig unter Kostengesichtspunkten beschlossen worden. Die versprochene Evaluation, was tatsächlich gespart werde, habe es aber nie gegeben. Seine Fraktion habe lange eine langmütige Haltung eingenommen. „Damit ist jetzt Schluss.“

Die Reinigungskräfte des Dienstleisters wüssten manchmal nicht einmal, wo sie seien, „die wissen nicht mal, dass sie in Gütersloh sind“. Was die eigenen Hausmeister leisteten, sei schon toll, „aber der hohe Krankenstand ist auch kein Zustand“, sagte Ostermann zu einem weiteren Problem. Er kündigte für den Hauptausschuss Anträge zum Stellenplan an.

Christiane Ziegele (BfGT) sprach von einer „verheerenden Reinigungssituation“. Das Modell der Fremdvergabe an Dienstleister, an dem die politische Mehrheit festhalte, „funktioniert einfach nicht“. Das habe es zu keinem Zeitpunkt. Die Mitarbeiter schafften es nicht in der vorgegebenen Zeit. Ziegele: „Ausbeutung im Auftrag der Stadt ist für mich als Ratsfrau unerträglich.“ „Warum eine erneute Ausschreibung?“, fragte Ziegele. „Warum soll es mit einem anderen Dienstleister besser werden?“ Auch sie kündigte Anträge für den Hauptausschuss an.

Ähnlich äußerten sich Ludger Klein-Ridder (Linke) und Bernd Nickella (Grüne).

Die Schulleitungen hätten seit Jahren darauf hingewiesen, das Reinigungskonzept zu überdenken, sagte Christiane Piepenbrock, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule. Wichtig sei, dass die Schüler sich in der Schule wohlfühlten. Piepenbrock: „Es fehlt an allen Ecken und Enden an Reinigungskapazität in den Schulen.“ Das gelte auch für die Hausmeister.

Barbara Bierfischer (CDU) hingegen sagte, ausschlaggebend sei nicht die Frage Fremd- oder Eigenreinigung: „Beide, ob intern oder extern, arbeiten nach Vorgaben. Und die Vorgaben müssen wir dringend überarbeiten.“

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