Rabe will den Vorstand aufstocken
Die Unternehmenszentrale in Gütersloh soll gestärkt werden. Bild: Dinkels

Mit der Aufstockung des Vorstands und der Personalie Hesse würde Bertelsmann die Zentrale stärken und ein deutliches Zeichen in Richtung Digitalisierung setzen. Hesse leitet nach Angaben des Magazins seit 2004 das weltweite Digitalgeschäft des Sony-Konzerns aus New York und ist zugleich auch für die Konzernstrategie zuständig.

Wie es im Bericht, den der gewöhnlich gut informierte New-York-Korrespondent verfasst hat, weiter heißt, sollte sich am Dienstag bei Bertelsmann der Aufsichtsrat mit der Angelegenheit befassen. Auf Anfrage der „Glocke“ sagte eine Sprecherin indes nur: „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht.“ Das ist für gewöhnlich die Antwort, wenn etwas nicht dementiert werden soll.

Der designierte Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Rabe (46), der offiziell zum 1. Januar die Nachfolge von Hartmut Ostrowski antritt, stellt schon seit längerem die Weichen neu. Hesse ist ein Weggefährte aus Zeiten, als Rabe bei Bertelsmann noch für das Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG zuständig war. Zuvor hatten beide Manager schon bei RTL in Luxemburg zusammengearbeitet, Rabe als Finanzvorstand, Hesse als Chefstratege.

Hesse hat an der Oxford University und an der London School of Economics studiert und an der Universität St. Gallen promoviert. Seine Karriere startete er Anfang der 1990er-Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey in Wien und in New York. 1996 kam er als Chef der Unternehmensentwicklung zur Bertelsmann-Tochter Ufa, die später in der RTL Group aufging.

Als der Magazin-Autor zuletzt über Rabes künftige Konzernstrategie spekulierte, da war auch schon die Rede davon, dass Dirk Refäuter, Bereichsvorstand im Corporate Center und Leiter der Konzernentwicklung, aus dem Konzern ausscheiden werde. Eine Meldung, die Bertelsmann in der vergangenen Woche bestätigte.

Weiterhin nicht geklärt ist die Frage, wer Rabe als Finanzvorstand beerben wird. In Gütersloh sei zu hören, so heißt es weiter, dass bei gleicher Qualifikation eine Frau für diese Aufgabe vorgezogen würde. Es wäre die erste Frau im Konzernvorstand überhaupt in der langen Geschichte des Gütersloher Medien- und Dienstleistungsunternehmens. Allerdings geht man dem Vernehmen nach wohl davon aus, dass Rabe die Zahlen bei der nächsten Bilanzpressekonferenz im März in Berlin noch selbst präsentieren muss.

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