Ralf Schmitz ist nicht zu bremsen
Bild: Dünhölter
Partnerin aus dem Publikum: Madeleine gehörte zu den Zuschauern, die Ralf Schmitz während seiner Show auf die Bühne in der Stadthalle holte.
Bild: Dünhölter

Der 41-jährige Wirbelwind gastierte am Samstag mit seinem Programm „Aus dem Häuschen“ vor fast 1000 Besuchern im Großen Saal der Stadthalle. Drei Jahre nach seinem letzten Gastspiel machte der Schnellsprecher dort weiter, wo am 31. März 2012 sein Programm „Schmitzpiepe“ endete. Zweieinhalb Stunden lang erwies sich der Gewinner diverser Comedy-Preise als Allheilmittel gegen schlechte Laune und Winterdepression für Menschen aller Altersstufen.

Analog zu seinem im September 2014 erschienenen Buch „Schmitz Häuschen – Wer Handwerker hat, braucht keine Feinde mehr“ ging es diesmal um Umzug, Renovierung, Handwerker und Baumärkte – zumindest vordergründig. Unter einem großen Baugerüst standen 15 Umzugskartons mit Aufschriften wie „Kabuff“ oder „Vor dem Umzug unbedingt wegschmeißen“, eine alte Stehlampe und ein alter Sessel, der immer dann eine Staubwolke freisetzte, wenn der Comedian auf das Polster schlug.

Der rote Faden des Abends waren die Geistesblitze und die Spontaneität des 1,68 Meter großen Improvisationsgiganten. In stetiger Interaktion mit dem Publikum ließ sich Schmitz Begriffe zurufen, die er mit den durchaus zu bedauernden Zurufern szenisch umsetzte. Fünf Gäste wurden so zu Sketchpartnern. Wie Madeleine: Sie spielte die Verkäuferin in einem Baumarkt, Ralf Schmitz den Kunden, mal als Choleriker, mal als Alkoholiker und mal als aufdringlicher Schwerenöter.

Auf ein akustisches Signal, ausgelöst von einer Zuschauerin, wechselte der Comedian in die Fantasiesprache „Kaputtschisch“. Der Höhepunkt des ebenso unterhaltsamen wie sinnfreien Vortrags folgte erst kurz vor dem Ende. Mit Berthe inszenierte der Synchronsprecher von „Shaun, das Schaf“ eine Musical-Szene in der Sauna. Nach dem von einem Synthesizer angestimmten Takt deckte das Duo dabei die Genres Schlager, Heavy Metal, Schnulze, Karneval und Techno bis hin zu Oper ab. Ein geradezu köstlicher Quatsch. Als Lohn gab es für die spielenden Zuschauer nach der Zugabe eine von Ralf Schmitz persönlich überreichte Rose.

Die Handwerker im Saal, gut 30 an der Zahl, erlebten dagegen zweieinhalb schwere Stunden, denn Schmitz bemühte alle Klischees. Alle anderen verbrachten einen vergnüglichen Samstagabend mit einem ausgesprochenen Energiebündel.

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