Rathaus will Schlupfloch nutzen
Ansprechpartner im Rathaus für Fragen, die mit den Dichtheitsprüfungen zusammenhängen, sind Martin Arhelger (links) und Jürgen Kruck.   Bild:Dinkels

So steht es in Paragraf 61 a des Landeswassergesetzes NRW. Für die Abwicklung sind die Kommunen zuständig, die sich mit dem zunehmenden Ärger ihrer Bürger konfrontiert sehen, je näher das Datum rückt. Denn die Überprüfung durch einen zertifizierten Sachverständigen kostet Geld – und erst recht eine Sanierung.

Das Land NRW hat den Kommunen per Erlass im vergangenen Jahr ein Schlupfloch eröffnet, das auch die Stadt Gütersloh jetzt nutzen will: Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Frist bis Ende 2023 verlängert werden. „Dann müssen aber alle rund 20 000 Grundstücke in Gütersloh einen Nachweis haben“, sagte Alfons Buske, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, der „Glocke.

Auch die Kommunen müssen ihre Kanäle alle 15 Jahre überprüfen. In Bereichen, wo das beispielsweise 2018 ansteht, könnte auch die Frist für die privaten Anlieger bis dahin verlängert werden. „Wir werden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und arbeiten an einem Konzept“, sagte Buske. Das müsse der Bezirksregierung vorgelegt und in eine Satzung umgemünzt werden. „Wir gehen davon aus, dass der Entwurf bis zu den Sommerferien steht.“

Der Fachbereichsleiter schränkt ein: „Für viele bedeutet das eine Verlängerung, für einige aber auch eine Verkürzung.“ Für diejenigen nämlich, wo die städtischen Kanäle schon bald geprüft werden sollen.

Spielraum hat die Stadt auch bei den Zeiträumen, in denen marode Leitungen nach der Prüfung saniert werden müssen. „Es kann sein, dass wir eine Regelung treffen, die über 12 bis 24 Monate hinausgeht“, sagte Buske.

Abweichend von der allgemeinen Regelung gelten für Grundstücksbesitzer in Wasserschutzgebieten verkürzte Fristen und zwar für alle Grundstücke, auf denen die Leitungen vor dem 1. Januar 1965 verlegt worden sind. In Gütersloh gibt es drei Wasserschutzgebiete: in Spexard, in Isselhorst und im Rhedaer Forst. In Spexard sind 360 Grundstücke betroffen. Die Frist für die Eigentümer läuft Ende 2013 aus. In Isselhorst sind 486 Grundstücke erfasst, die Frist läuft für sie Ende 2014 ab. Den frühesten Termin haben die Anlieger der Emssiedlung. Für 17 Grundstücke endet die Frist Ende Juni 2013.

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