Raubüberfall wird vor Gericht geklärt
Bild: Bojak
Am 26. April dieses Jahres raubten vier Männer dieses Juweliergeschäft an der Spiekergasse aus. Sie konnten zunächst flüchten. Der Überfall soll mit einem Überfall auf ein Juweliergeschäft in Herford am 11. Mai in Verbindung stehen.
Bild: Bojak

Sie sollen den Überfall nicht selbst durchgeführt, sondern vorbereitet und den Tatort abgesichert haben.

Der Raub steht laut Anklage in Verbindung mit einem Überfall am 11. Mai auf ein Juweliergeschäft in Herford, bei dem ebenfalls vier Männer Geld und Schmuck im Wert von 120 000 Euro erbeutet hatten. Drei der mutmaßlichen Räuber im Alter von 20, 22 und 35 Jahren müssen sich seit dem 25. Oktober schon vor der IV. Großen Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Sie waren am Abend des 11. Mai in Herford im Hotel Münchner Hof von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) festgenommen worden. Alle stammen aus Sizilien und sind arbeitslos. Ein vierter Mann war im September festgenommen worden.

Aber zurück nach Gütersloh: Gegen 14.30 Uhr betraten am 26. April, einem Mittwoch, zunächst zwei Männer das Geschäft an der Spiekergasse. Sie ließen sich beraten und gaben vor, eine Halskette kaufen zu wollen, berichtete damals die Polizei. Die Verkäuferin zeigte ihnen einige Schmuckstücke. Dann traten die Männer hinter den Verkaufstresen. Einer hielt der Verkäuferin den Mund zu und drängte sie in einen rückwärtigen Raum. Der andere Mann ließ zwei weitere Räuber in das verschlossene Geschäft. Gemeinsam rafften sie Schmuck und Bargeld zusammen – insgesamt für knapp 370 000 Euro, wie jetzt aus der Anklage hervorgeht. Nach dem Überfall flüchteten sie zu Fuß über die Münster- in Richtung Berliner Straße. Schon damals hatte es geheißen, Wortfetzen vermutlich auf Italienisch seien zu hören gewesen. Anfangs hatte es auch geheißen, die Männer hätten mit Sprengstoff gedroht – was sich aber nicht bewahrheitete.

Der jetzt angeklagte 41-jährige Bielefelder soll das Juweliergeschäft ausgewählt, den Überfall geplant, ein Fahrzeug besorgt und den Mitangeklagten aus Kempten eingewiesen haben. Der wiederum soll die An- und Abreise der übrigen Räuber sowie die Unterkunft organisiert und die Aufteilung der Beute und ihren Absatz organisiert haben. Am Raub selbst sollen die beiden durch die Absicherung des Tatorts mitgewirkt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sieben weitere Mittäter beteiligt waren. Welche vier Männer die Tat ausgeführt haben, ob die drei mutmaßlichen Räuber aus Herford dazugehören, ist eine zwar naheliegende Vermutung, aber noch nicht geklärte Frage. Allerdings soll der Bielefelder mit italienischen Wurzeln den Herforder Raub ebenfalls geplant und auch das Hotel ausgesucht haben. Der Hotelbesitzer hatte bei der Rückkehr der Männer eine Pistole bemerkt, das Hotel verschlossen und die Polizei informiert.

Für den Gütersloher Raub sind acht Prozesstermine anberaumt.

SOCIAL BOOKMARKS