Reply meldet sich dank Endspurt zurück
Bild: Scheffler
Wieder in der Spur: Michael Lückenkötter (links), bei Reply Deutschland zuständig für Investor Relations, und Vorstandsvorsitzender Josef Mago dürfen zuversichtlich in die Zukunft blicken.
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 Denn nur so wurde die am Freitag vorgestellte Bilanz 2012 gerettet. Nach einem indiskutablen ersten Halbjahr infolge des Rückzugs eines Großkunden zogen die Geschäfte der Gütersloher im dritten Quartal an, um im vierten noch einmal um 30 Prozent zuzulegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 1,45 Millionen Euro (Vorjahr 1,25 Mio.). „Die ersten zwei Quartale 2012 haben weh getan, aber jetzt sind wir zurück“, gab sich der Vorstandsvorsitzende von Reply Deutschland, Josef Mago (50), optimistisch und bezeichnete das Unternehmen als „kerngesund“.

 Auf das gesamte Jahr 2012 bezogen, erhöhte sich der Umsatz leicht um einen Prozent auf 59,2 Millionen Euro. Das operative Ergebnis ging allerdings um 40 Prozent auf 3,69 Millionen Euro zurück. Die Rentabilität sank wie erwartet von 10,4 auf 6,2 Prozent.

Fachkräftemangel noch nicht ausgestanden

Dass der Systemintegrator den Umschwung geschafft hat, zeigt sich auch an der Personalentwicklung. 2012 wurden 80 neue Mitarbeiter unter Vertrag genommen. „Vorgenommen hatten wir uns eigentlich 100“, räumte Mago ein. Obwohl Reply Deutschland Programme aufgelegt habe, Talente an das Unternehmen zu binden, bleibe der Fachkräftemangel. Allerdings sei die Tendenz zu einer Entspannung zu beobachten. Aktuell beschäftigen die Gütersloher 388 Mitarbeiter. Ein Drittel davon ist in München beschäftigt. Weitere wichtige Standorte sind Düsseldorf, Hamburg und Hannover.

 Für die Geschäftstätigkeit 2013 gibt sich der Vorstandsvorsitzende optimistisch. Angepeilt werde eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Bereich, so Mago. Eine Verbesserung der operativen Marge sei Pflicht. Trotz eines allgemeinen reduzierten Wachstumstempos am Markt und der nach wie vor bestehenden Risiken der europäischen Schuldenkrise wolle Reply Deutschland die Wachstumsfelder der IT-Geschäftsfelder nutzen. Signifikante Aufträge habe es zuletzt aus den Bereichen Glasverarbeitung, Düngemittel und Handel gegeben. Wichtige Triebfedern seien bei Finanzdienstleistern und der Automobilbranche zu finden. Erfreulich und Mut machend: Bei einer Zufriedenheitsstudie unter 50 Kunden seien sehr positive Rückmeldungen erfolgt. „Und dann werden wir auch weiterempfohlen.“

Italienisch-deutsche Hochzeit

Seit 2010 wird das Gütersloher Unternehmen Reply Deutschland vertragsgemäß von der italienischen Mutter Reply SPA mit Sitz in Turin beherrscht. Noch in diesem Jahr soll die Verschmelzung der beiden IT-Dienstleister erfolgen. Zu diesem Zweck sind die Aktionäre für Donnerstag, 14. Februar, zu einer außerordentlichen Versammlung in die Gütersloher Stadthalle eingeladen worden. Die Zustimmung gilt als sicher, denn die Italiener halten 80 Prozent der Anteile von Reply Deutschland.

Wenn die beiden Reply-Unternehmen verschmelzen, werden die Gütersloher nicht mehr im Börsenhandel vertreten sein. Die Aktionäre von Reply Deutschland können ihre Anteilsscheine entweder mit denen des Mutterkonzerns aus Turin tauschen oder eine Abfindung erhalten, deren Höhe von Sachverständigen festgelegt wird. Somit wird in diesem Jahr zum letzten Mal die Garantie-Dividende für jede Aktie von Reply Deutschland in Höhe von 45 Cent gezahlt. Das entspricht einer Rendite von 3,9 Prozent. Während der Schein seit Februar 2012 um 9,5 Prozent im Wert stieg, verteuerte sich die Aktie des italienischen Mutterkonzerns um satte 50 Prozent.

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