Requisiten  für Ausstellungen und  Filme
Bild: Dinkels
Historische Rollstühle in allen Variationen lagern im Magazin des Stadtmuseums in den ehemaligen Werkshallen von Niemöller und Abel an der Oststraße.
Bild: Dinkels

Das Stadtmuseum genießt auch überregional eine Reputation wegen seiner umfangreichen medizinischen Sammlung. Die Schätze werden von Martin Wedeking betreut. Immer wieder gebe es Anfragen, Teile der Sammlung oder einzelne Stücke für Ausstellungen, Jubiläen, Dekorationen und eben auch Filmproduktionen auszuleihen, berichtet Westheider. So auch vor etwa zwei Jahren.

Der Film beruht auf der Romanvorlage „Der Verlorene“ des gebürtigen Versmolders Hans-Ulrich Treichel. Bei der Flucht aus den ehemals deutschen Ostgebieten verlor die Familie Blaschke ihren ersten Sohn Arnold. 1960 kommt eine DRK-Mitarbeiterin auf die Familie in der westfälischen Provinz zu mit der Vermutung, das verlorene Kind in einem Waisenhaus gefunden zu haben.

Um sicher zu gehen, dass es auch das leibliche Kind der Eltern ist, folgen Untersuchungen. Für das Abstammungsgutachten werden Blutproben genommen, von der Familie wird je ein Fuß eingegipst und die Maße von Kopf/Kiefer und Bauchfalte werden mithilfe einer Messzange festgestellt.

Die Anfrage des Produzenten ans Stadtmuseum bezog sich auf Ausrüstung zur Blutabnahme aus den 1960er-Jahren, Messzange, Arztausrüstung mit Stethoskop, Blutdruckmessgerät und Tasche sowie auf Dokumente zu Untersuchungen dieser Art um 1960. „Wir konnten helfen“, sagt Westheider.

Allerdings weiß er nicht, was tatsächlich bei der Filmproduktion verwendet wurde. So habe er vor einigen Jahren für eine Verfilmung des Klassikers „Heidi“ einen historischen Rollstuhl zur Verfügung gestellt, der dann aber doch nicht zum Einsatz gekommen sei. Die Requisiten stammen aus Klinik- und Praxisauflösungen sowie Nachlässen. Am Mittwoch könnte indes auch ein Miele-Fahrrad aus Gütersloh auftauchen, so der Chef.

Mit Ausleihen aus der Sammlung trägt das Stadtmuseum zu seiner Finanzierung bei. „Wir versuchen, die Dinge nutzbar zu machen für Kliniken oder Jubiläen“, sagt Westheider. Außer dem Rechercheaufwand komme manchmal nichts dabei rum – und manchmal eben doch.

Träger des Museums und des zugehörigen Magazins ist der Heimatverein. Von der Stadt bekam er zuletzt einen Zuschuss in Höhe von 195 700 Euro. Er war um 40 000 Euro aufgestockt worden, weil dem Stadtmuseum das Aus drohte. Das Budget ist auf Kante gestrickt und der Heimatverein muss jedes Jahr aufs Neue darum kämpfen – auch 2016.

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