Rock‘n‘Roll auf der grünen Wiese
Bild: Pieper
Wussten ihr Publikum zu rocken: Gitarrist Andy Lee und Kontrabassist Peter Bremhorst beim Open-Air-Konzert in Mohns Park.
Bild: Pieper

 Gestern rockten sie im ersten von drei Open-Air-Konzerten des unter anderem von der „Glocke“ geförderten Gütersloher Sommers das begeisterte Publikum.

Die Besucher hatten es sich im Schatten der großen Bäume bequem gemacht. Die Festivalerfahrenen auf mitgebrachten Decken und Campingstühlen. Die ganz gewieften Kenner gar mit Picknickkorb. Gut 800 Zuhörer zählten die Organisatoren vom Verkehrsverein. Das war zwar weit weniger als man von den Veranstaltungen des Gütersloher Sommer in den Vorjahren gewohnt ist, aber immer noch eine stattliche Kulisse für ein rundum gelungenes Konzert. Ein Grund war zum einen sicherlich die im Umbau befindliche und damit erstmals nicht nutzbare Freilichtbühne, die den Güterslohern seit 35 Jahren ihr liebstes Forum fürs kostenlose Sommermusikvergnügen ist. Zum anderen lag es wohl an den mehr als sommerlichen Temperaturen, die so manchen davon abhielten per Rad oder zu Fuß in den Park zu kommen. An der Musik aber lag es garantiert nicht.

Denn was der Hannoveraner Musiker und Sänger Andreas Grunewald alias Andy Lee an Parforcejagden über die Tasten des flammenumsäumten Keyboards und auf den Saiten der ebenfalls geflammten Gitarre bot, das machte Laune. Als wäre man in Memphis Tennessee, reihten er und seine Rockin’ Men die Rock ’n’ Roll-, Rockabilly- und Boogie-Woogie-Klassiker von Jerry Lee Lewis und Co. wie Perlen auf eine Schnur. Spätestens bei „Deep elem blues“ war der unvergleichliche Herzschlag des Mississippi auch in der Dalkestadt zu spüren.

Dass die vierköpfige Band aber nicht nur mitreißende, sondern auch leise Töne spielen kann, bewies sie mit Balladen wie „Only to be with you“. Und dass sie auch zu kalauern weiß, offenbarte Andy Lee als er Johnny Cashs Gefängnissong „I got stripes“ keinem Geringeren als „unserem Uli“ (Hoeneß) widmete. Wen wundert’s, dass die Stimmung auf und vor der Bühne richtig gut war. Jetzt kann das nächste Konzert kommen. Am Sonntag, 3. August, gibt’s Blues und Soul von der alles anderen als knochentrockenen Osnabrücker Combo „Bonedry“. Decke und Picknickkorb nicht vergessen!

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