„Rohrstock, Ranzen, Ratzefummel“ im Stadtmuseum
Bild: Bojak
Werben für einen Besuch im Stadtmuseum: (v. l.) Charlotte Kleßmann und Kerstin Schäfer (Lehrerinnen der Altstadtschule) und Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth im Schulzimmer mit Möbeln aus der Kaiserzeit
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„Die Erinnerungsstücke an diese Zeit sind offenbar alle schnell vernichtet worden“, vermutet Dr. Franz Jungbluth, Leiter des Museums an der Kökerstraße. Trotzdem bietet die Ausstellung seit Freitag einen unterhaltsamen Einblick in die Schulzeit unterschiedlicher Epochen. Und vor allem darf alles angefasst und ausprobiert werden. Das ist unter anderem den zehn Schülern der Museums-AG der Altstadtschule zu verdanken. Sie haben das Konzept gemeinsam mit Museumschef Franz Jungbluth und mit ihren Lehrerinnen Charlotte Kleßmann und Kerstin Schäfer erarbeitet. „Wir waren zunächst zu Besuch im Stadtmuseum und haben die Kinder anschließend gefragt, was ihnen bei einer Ausstellung Spaß machen würde“, erzählt Kerstin Schäfer kurz vor der Eröffnung der Schau.

Quiz leitet durch die Ausstellung

Deshalb gibt es jetzt ein Quiz, das durch die Ausstellung führt. Darin wird zum Beispiel gefragt, welche Namen die Schulkinder in der Kaiserzeit häufig trugen. Außerdem dürfen die Besucher Fleißkärtchen – die es übrigens auch heutzutage im Schulalltag noch gibt – entwerfen. „Die besten werden von einer Jury aus den AG-Schülern ausgezeichnet“, sagt Kerstin Schäfer. Im Obergeschoss des Museums haben die jungen Nachwuchs-Kuratoren gemeinsam mit dem Profi einen Pausenhof eingerichtet. Zwei Hüpfkästchen mit Himmel und Hölle sind auf den grauen Teppichboden aufgeklebt und dürfen bespielt werden.

Alte Spiele werden wieder interessant

„Seit wir über die alten Spiele gesprochen haben, wird auch das Hüpfkästchen auf unserem Schulhof in den Pausen wieder regelmäßig benutzt“, erzählt Charlotte Kleßmann, wie sich die Museums-Aktivität der Dritt- und Viertklässler der Altstadtschule im Alltag auswirkt. Gummitwist und Murmeln laden im Stadtmuseum ebenso zum selbst Ausprobieren ein. Vielleicht zeigt die Oma der Enkelin dort einmal, wie man dem Opa mit sicherer Hand ein paar der bunten Glaskugeln abluchst.

Zeitzeugenberichte runden die Schau ab

Vier Wochen lang haben Besucher die Gelegenheit, sich anzusehen, wie sich der Schulalltag in den Jahrzehnten verändert hat. „Unsere Schüler finden das spannend“, sagt Kerstin Schäfer. Sie empfiehlt auch die Zeitzeugenberichte, die im Museum zu hören sind. Wenn Großeltern oder Eltern erzählten, wie es bei ihnen in der Schule zugegangen sei, höre der Nachwuchs gern zu.

Führungen mit Altstadt-Schülern

Die Ausstellung „Rohrstock, Ranzen, Ratzefummel“ ist bis Sonntag, 8. April, im Stadtmuseum, Kökerstraße 7-11 a, geöffnet, mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Gruppen und Schulklassen können auch außerhalb dieser Zeiten Termine mit Führungen vereinbaren (☎ 05241/26685). Einige Führungen werden von Kindern der Museums-AG der Altstadtschule und den beiden Lehrerinnen begleitet.

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