Rote Karte gegen das Rauschtrinken
Bild: Dinkels
Schauspieler, Produzenten und Organisatoren des Videos zeigen mit der Bürgermeisterin und Schirmherrin Maria Unger (rechts) die Rote Karte gegen das Rauschtrinken.  
Bild: Dinkels

 „Es geht nicht um das Verteufeln von Alkohol. Es geht um das Rauschtrinken“, sagte Peter Köching von der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Caritas im Kreis Gütersloh am Mittwoch bei der Vorstellung des Films. Alkoholprävention ist Hauptaufgabe der Fachstelle. 2012 wurden kreisweit 104 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. 2000 waren es noch 34. 15 bis 20 sogenannte Katergespräche führen Köching und sein Kollege Lars Riemeyer pro Jahr mit Betroffenen, die sich dazu bereiterklären.

Plakat- und Postkartenaktion folgt Videoclip

Aber so weit soll es gar nicht  erst kommen. Deshalb wurde voriges Jahr die Plakat- und Postkartenaktion „Gütersloh zeigt dem Rauschtrinken die rote Karte“ ins Leben gerufen, bei der die Stadt, das Bündnis für Erziehung, Caritas und die Gütersloher Jugendzentren Don Bosco, Scream und Der Bahnhof kooperieren. Die Aktion geht mit dem Videoclip in die zweite Runde. Der Film wird zudem vom FC Gütersloh (FCG), von Bertelsmann und von Gütersloh TV unterstützt. Darin geht es um Jugendliche, die sich zum Kampftrinken vor der Stadthalle treffen: Bier-, Sekt- und Schnapsflaschen machen die Runde. Nur ein Mitglied der Gruppe trinkt nicht und wird deshalb ausgegrenzt. In einer Parallelhandlung spielen Jugendliche des FCG Fußball. Gegen Ende des Films läuft der ausgrenzte Jugendliche auf und schießt einen Ball – unerreichbar für den Torwart und unter dem Jubel der Fans – in den Winkel. 1:0 für ihn. Botschaft: Jeder hat die Entscheidung selbst in der Hand.

Drehbuch von den Jugendlichen

Die Idee für das Drehbuch stammt von Besuchern der Jugendzentren, die im Film an der Seite von U 19- und U 17-Fußballern des FCG schauspielern. „Ich habe die Idee nur umgesetzt“, sagte Gütersloh-TV-Chef Matthias Kirchhoff, der für die Produktion verantwortlich zeichnete. Insgesamt waren 22 Jugendliche beteiligt. Bürgermeisterin Maria Unger (SPD), zugleich Schirmherrin, sagte, es sei gut, dass es diesen Videoclip gebe: „In Gütersloh können wir lokal etwas bewegen.“ Insgesamt sei das Projekt „ein Renner geworden“. „Das Ergebnis ist klasse“, meinte auch Köching. Mit ähnlichen Spots auf Bundes- und Landesebene könne der Film durchaus mithalten. Er beinhalte darüber hinaus reichlich Lokalkolorit. „Eine tolle Sache“, befand Jugenddezernent Joachim Martensmeier. FCG-Jugendleiter Dirk Konerding: „Komplett gelungen.“

Premiere beim Public Viewing

Das Video wird auf die Internetseiten der beteiligten Partner gestellt und bei Youtube hochgeladen. Öffentliche Premiere soll es in den Halbzeitpausen beim Public Viewing auf dem Berliner Platz feiern. Dazu muss es das deutsche Team aber ähnlich gut machen wie der Schütze im Film und das Viertelfinale erreichen.

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