Runder Tisch zum Mahnmal  gestartet
Bild: Dinkels
Ende Januar demonstrierten Assyrer und Aramäer vor dem Gütersloher Rathaus für ein Mahnmal.
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Moderiert wurde das etwa 90-minütige Treffen mit gut 20 Teilnehmern im Konferenzraum 21 der Stadthalle von Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) und Pastor Holger Mix, Sprecher des Christenrats in Gütersloh. Danach beurteilten die Vertreter der Syrisch-orthodoxen Gemeinden, der türkischen Kulturvereine, der Katholischen und der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh, der Ratsfraktionen und des Integrationsrats dieses erste Treffen als Beginn „eines Gesprächs miteinander statt übereinander“.

Betont worden sei seitens der Syrisch-orthodoxen Gemeinden ebenso wie der Vertreter der türkischen Vereine der gemeinsame Wunsch nach einem weiteren friedlichen Zusammenleben. Der Gedanke eines Mahnmals solle nicht trennen, sondern verbinden. Das erste Treffen des Runden Tischs zeige, dass man auf einem guten Weg sei.

Assyrer und Aramäer wünschen ein Völkermord-Mahnmal im Gedenken an die Geschehnisse vor 100 Jahren im osmanischen Reich. Die Stadt Gütersloh sollte dafür einen zentralen öffentlichen Standort zur Verfügung stellen. In der türkischen Geschichtsschreibung ist das Thema umstritten. Die Gütersloher Politik hatte den Antrag Ende Januar mehrheitlich abgelehnt und stattdessen einen Runden Tisch beschlossen, der „ergebnisoffen“ nach einer Lösung suchen soll.

Am 24. April gedenken Assyrer und Armenier der Ermordung tausender Aramäer, Assyrer, Armenier und Griechen vor 100 Jahren (genannt Seyfo von 1915). Der assyrische Mesopotamien-Verein Gütersloh hat eine Demonstration samt Kundgebung angemeldet, die vom Marktplatz vor die Martin-Luther-Kirche führt.

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