Schau eröffnet: Aus Feinden werden Freunde
Eröffneten die Ausstellung: (v. l.) Jean-Yves Hugon, stellvertretender Bürgermeister aus Châteauroux und Mitbegründer der Partnerschaft, Bürgermeister Gil Avérous und Bürgermeister Henning Schulz.

„Gütersloh und Châteauroux im Zweiten Weltkrieg“ – hinter dieser Präsentation steht eine gemeinsame lokalgeschichtliche Aufarbeitung von Historikern beider Städte, die in dieser Form ziemlich einzigartig sein dürfte. Es ist die zweite gemeinsame historische Ausstellung der beiden Städtepartner. Die  Bürgermeister der Partnerstädte Gütersloh und Châteauroux, Henning Schulz und Gil Avérous, haben die Schau am Mittwochabend im Stadtmuseum eröffnet.

2014 stand der Erste Weltkrieg im Blickpunkt der Forschungen. Auf den 25 Bild- und Texttafeln der aktuellen Schau, die zweisprachig gestaltet ist, steht im Mittelpunkt der Analyse, wie Deutsche und Franzosen in ihrem Heimatort den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. In zwei Jahren Vorbereitungszeit und bei mehreren Treffen haben die Historiker und Archivare unterschiedliche Aspekte des Kriegsalltags erforscht. Dabei ergab sich in intensiven Diskussionen manch neue Erkenntnis.

So wurden beispielsweise dem Stadtarchivar Jean-Louis Cirès aus Châteauroux erst kürzlich aus einem Privatarchiv Fotos übergeben, die den Abzug der deutschen Soldaten dokumentieren. Und auch in Gütersloh schärften Zeitzeugenbeiträge und Bildzulieferungen an Stadtarchivar Stephan Grimm noch einmal das Bild aus den Jahren der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs. Die gemeinsame Ausstellung richtet bewusst aus der Geschichte heraus den Blick nach vorn.

Bürgermeister Henning Schulz erinnerte daran in seinem Grußwort: „Die beiden Weltkriege haben im letzten Jahrhundert Millionen Menschen das Leben gekostet, zur Flucht gezwungen oder in furchtbare Not und Elend getrieben. Heute sind es die Konflikte in Nahost und Afrika, die sich bis zu uns auswirken und vor Augen führen, dass ein friedliches Miteinander keine Selbstverständlichkeit ist. Deshalb möge diese Ausstellung auch ein Appell an uns alle sein, uns weiterhin für ein Leben in Frieden einzusetzen.“

Für seinen französischen Kollegen Avérous „ist der gemeinsame Blick auf eine schmerzvolle Vergangenheit der Beweis für die tiefe Freundschaft“, die beide Städte seit 41 Jahren verbindet.

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