Schenke plant SB-Markt am Spexarder Krug
Bild: Steinecke
Der Spexarder Krug bleibt nach Angaben der Eigentümerfamilie Bordihn weiter geöffnet, bis eine Lösung für das Gelände gefunden ist.  
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Schenke will Martin Thiesbrummel, Betreiber des Nah&Frisch-Markts an der Verler Straße, ins Boot holen. Der will davon nach eigener Aussage nichts wissen.

Angeblich will Schenke den bestehenden Markt übernehmen und daraus einen Getränkemarkt machen. Er würde sich Thiesbrummel dann als Geschäftsführer seines neuen Markts an der Kreuzung wünschen. „Ich habe Herrn Schenke ganz klar zu verstehen gegeben, dass das für mich keine Option ist“, sagte Thiesbrummel der „Glocke“ am Dienstag nach einem anderslautenden Bericht. Er wolle seinen Markt weiterbetreiben und auch einen Brief an die Fraktionen schreiben, „damit die wissen, dass wir nicht schließen wollen“.

Dabei weiß Thiesbrummel um seine beschränkten Erweiterungsmöglichkeiten für den inklusive Bäckerei 750 Quadratmeter großen Markt. Aber wolle den er bald modernisieren, sagte der Inhaber.

Reiner Schenke wollte sich am Dienstag nicht zu den Plänen äußern. „Dazu kann ich nichts sagen“, erklärte er auf Anfrage der „Glocke“. Auch die Familie Bordihn, Inhaber des Spexarder Krugs, war nicht zu erreichen. Bei einem früheren Anlauf wollten sie selbst als Bauherrn auftreten und verpachten.

Es wäre der vierte Schenke-Lebensmittelmarkt in Gütersloh. Hinzu kommen zwei Getränke-Märkte und der Bio-Markt an der Carl-Bertelsmann-Straße sowie ein Geschäft in Harsewinkel und zwei in Bielefeld.

Die Politik hatte einen Supermarkt an der Kreuzung von Verler und Bruder-Konrad-Straße bisher wegen des schon heute starken Verkehrs abgelehnt. Plan B, ein größeres Hotel, war seitens der Verwaltung untersagt worden.

In der Mai-Sitzung des Planungsausschusses hatte Stadtplaner Dr. Michael Zirbel zu den jüngsten Plänen gesagt, sie seien bis dato nicht mit der Verwaltung abgestimmt worden. Im März seien nur erste Pläne vorgestellt worden, die weiterentwickelt werden sollten. Ob im Rathaus bekannt war, dass der größte Gütersloher Lebensmittelhändler hinter dem Vorstoß steckt, war am Dienstag nicht zu erfahren. Zumindest Teile der Politik wussten es.

Einzelhandels- und Zentrenkonzept

Die Stadt hat ihr Einzelhandels- und Zentrenkonzept vom Büro Dr. Lademann und Partner (Düsseldorf) überarbeiten lassen. Es stammt von 2008 und ist zuletzt 2010 fortgeschrieben worden. Der neue Entwurf wird am Dienstag, 22. Juni, im Planungsausschuss vorgestellt (17 Uhr). Als Versorgungsbereiche weist das Gutachten die Innenstadt und acht Nahversorgungszentren aus. Dort sollen vorrangig neue Geschäfte zugelassen werden. Der Spexarder Krug liegt im Nahversorgungszentrum entlang Verler Straße, Bruder-Konrad-Straße und Hüttenbrink. Lebensmitteleinzelhandel wäre dort zulässig.

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass der bestehende Nah&Frisch-Markt zu gering ausgestattet und nicht zukunftsfähig aufgestellt sei. Sie empfehlen „langfristig zur Absicherung der Daseinsvorsorge (die) Erweiterung des Nah&Frisch-Markts oder (die) Ansiedlung eines großflächigen Lebensmittelmarkts (zu) prüfen“.

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