Schinkenmarkt lädt zum letzten Bummel ein
Bild: Bojak
Familienausflug: (v. l.) Lukas, Olena und Söhnchen Oliver Kuligowski ließen sich auf dem Gütersloher Schinkenmarkt einen deftigen Krustenbraten schmecken und genossen den gemeinsamen Sonntag.
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Das mag daran liegen, dass die Herbstferien begonnen haben oder am seltsam feuchtwarmen Wetter. Hetty van Dijk vom niederländischen „Kaashuis“ ist trotzdem zufrieden. „Am Samstag war viel los“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann Johan ist sie zum 17. Mal zum Gütersloher Schinkenmarkt gereist. Stammkunden warten schon auf das umfangreiche Angebot an niederländischen Käsespezialitäten. Die Fleiters, die mit ihrer Tochter über den Markt bummeln, und nach einer leckeren Kleinigkeit suchen, steuern seit Jahren immer wieder den Gewürzstand und den Wagen mit hausgemachter Wurst an. „Möppkenbrot nehmen wir immer mit“, sagt Jörg Fleiter.

Rosinenbrot mit Schinken

Karola und Manfred Bleidiek mögen es klassisch: Auf dem Schinkenmarkt wird Schinken gegessen. Manfred Bleidiek entscheidet sich für die ungewöhnliche Variante: auf Rosinenbrot. Karola Bleidiek zieht zum hauchdünn geschnittenen Schinken ein kräftiges Dinkelbrot vor. Wenige Meter weiter stehen Horst Bökenhans und Reinhard Cordtomeikel am Getränkewagen. Die Musiker des Shantychors Gütersloh nutzen eine Pause vom Auftritt auf der Bühne, um die Stimmbänder zu „ölen“. Sie genießen den Auftritt auf dem Schinkenmarkt. Genau wie das Publikum vor der Bühne, das die maritimen Lieder textsicher mitsingt.

Versorgungsstation für Radsportler

Nach und nach füllt sich der Berliner Platz und der angrenzende Abschnitt der Berliner Straße. Auch Lukas Kuligowski aus Steinhagen ist mit seiner Frau Olena und Sohn Oliver nach Gütersloh gekommen, um eine Runde über den Traditionsmarkt zu schlendern. Ein Besucher passt am Sonntag so gar nicht ins Bild: Alexander Schiemann aus Herzebrock-Clarholz. Er steht in Sportkleidung mit seinem Rennrad am Reibekuchenstand. „Wir sind heute Morgen mit einer Gruppe vom Radsportverein Amor Hamm zu einer längeren Trainingsfahrt aufgebrochen“, erklärt er, warum es ihn in dieser Montur auf den Schinkenmarkt verschlagen hat. Nach einem ordentlichen Regenguss habe die Gruppe entschieden, die Tour abzubrechen. „Aber ich wollte nicht direkt nach Hause“, sagt Schiemann. „Und dann hat sich der Hunger gemeldet. Ich habe nicht gefrühstückt.“ Da habe er sich entschieden, dass Reibekuchen vom Schinkenmarkt jetzt genau das Richtige seien.

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