Schlaganfall-Netzwerk betreut Patienten
Bild: Blumenstein
Das Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh: (vorn v. l.) Fallmanagerin Corinna Pook (Diakonie) und Anette Harnischfeger (Schlaganfall-Selbsthilfe Gütersloh) sowie (hinten v. l.) Christiane Dammann, Barbara Gaisendrees, Chris Vormfenne, Jana Hilmert-Thomas, Carmen Göbel-Bettermann und Sureya Niemeyer.
Bild: Blumenstein

Außer den beiden Initiatoren – der Diakonie Gütersloh und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe – gehören dem Netzwerk die Physiotherapie-Praxis Physio Moving (Chris Vormfenne), die Gemeinschaftspraxis für Prävention, Ergotherapie und Rehabilitation (Sureya Niemeyer und Jana Hilmert-Thomas) sowie die drei Logopädischen Praxen von Christiane Dammann, Bärbel Gaisendrees und Carmen Göbel-Bettermann an. Am Donnerstag wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Alle Therapeuten sind durch Zusatzqualifikationen auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert.

Als Fallmanagerin und zentrale Ansprechpartnerin für Betroffene fungiert Corinna Pook. Sie leitet die Diakoniestation Gütersloh und hatte vor zwei Jahren die Idee zum Netzwerk. „Wenn Schlaganfallpatienten aus der stationären Reha entlassen werden, fallen sie oft in ein tiefes Loch“, weiß sie aus ihrer Erfahrung in der Pflege. „Die Versorgung nach der Reha ist nicht geregelt.“ Viele wüssten nicht, was ihnen zusteht, welche Hilfen im Alltag es gibt und welche Therapien sinnvoll sind, und seien mit Anträgen überfordert.

Ansprechpartnerin für Betroffene und Angehörige: Corinna Pook,  Diakonie Gütersloh, Telefon 05241/98672110, E-Mail: corinna.pook@diakonie-guetersloh.de.

Internet:

www.schlaganfall-netzwerk-gt.de (in Kürze freigeschaltet)

Das bestätigt Logopädin Carmen Göbel-Bettermann: „Es ist ein Riesenproblem, dass Patienten lange nach Therapiemöglichkeiten suchen. Viele sind irritiert und überfordert.“ Ein weiteres Manko nennt Sureya Niemeyer: „Der Patient ist bei unterschiedlichen Therapeuten in Behandlung, die nichts voneinander wissen und aneinander vorbeiarbeiten.“

Das will das Schlaganfall-Netzwerk ändern. Corinna Pook traf bei der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe auf offene Ohren, Fachwissen und Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Partnern. „Mit Logopädie, Ergotherapie, Pflege und Physiotherapie deckt das Netzwerk die Therapiefelder ab, die nahezu jeder Schlaganfallpatient benötigt“, betont Anette Harnischfeger, die als Leiterin der Schlaganfall-Selbsthilfe Gütersloh bei den Netzwerktreffen dabei ist. Weitere Fachrichtungen sowie Ärzte und Psychologen – auch über Gütersloh hinaus – seien sehr willkommen, sich anzuschließen.

Corinna Pook: „Im Netzwerk weiß die eine Hand, was die andere tut. Zusammen erarbeiten wir einen individuellen Behandlungsplan.“ Die Beteiligten tauschen sich mindestens alle drei Monate aus.

Wichtig für eine effektive Nachsorge ist den Mitgliedern nicht nur der Austausch untereinander, sondern auch ein enger Draht zu Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, der Schlaganfall-Lotsin am St.-Elisabeth-Hospital und den ehrenamtlichen Schlaganfall-Helfern, von denen die Stiftung zurzeit 13 ausbildet. Sie alle sind auch Multiplikatoren, um das für Patienten kostenlose Angebot der Beratung und Begleitung durch das Netzwerk bekannt zu machen.

Fallmanagerin Corinna Pook: „Je früher sich Patienten und Angehörige an mich wenden, desto besser können wir Maßnahmen für die Zeit nach der Reha planen.“

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