Schneller gesund durch Kugelstrahler
Die Chefärzte Dr. Johannes Middelanis (links) und Dr. Joachim Hulde mit dem neuen Gerät.

Im Klinikum Gütersloh und St.-Elisabeth-Hospital können Patientinnen ab sofort mit der sogenannten intraoperativen Bestrahlung behandelt werden, denn beide Häuser haben jeweils ein Stativ des „Intrabeam“-Strah- lengeräts der Firma Zeiss in ihrem Operationssaal stehen. Für die Behandlung pendeln die Spezialisten von der radioonkologischen Praxis am Klinikum zwischen den beiden Standorten und bringen die Bestrahlungseinheit mit. Beim Eingriff wird nach der Tumorentfernung der kugelförmige Strahler des Geräts in die offene Operationshöhle eingeführt. „Präzise und gewebeschonend“ nennt Dr. Andreas Köhler, Chefarzt Nuklearmedizin vom Klinikum Gütersloh, die neue Methode, mit der Tumorzellen frühzeitig vernichtet werden können.

Mehr Lebensqualität

Untersuchungen hätten ergeben, dass die „Wiederkommensrate“ von 4,2 auf 1,7 Prozent heruntergedrückt werden könne, so der Experte. Außerdem würden den Patientinnen fünf bis acht Strahlensitzungen in der Nachbehandlung erspart. „Und das ist Lebensqualität.“ Anwendbar sei die neue Methode bei 50 bis 60 Prozent der Fälle. Brustkrebs ist die häufigste onkologische Erkrankung der Frau. Im Klinikum Gütersloh werden in jedem Jahr etwa 120 Fälle behandelt, im St.-Elisabeth-Hospital 90. Bei internationalen Kongressen hatten Dr. Joachim Hulde, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum, und sein Kollege Dr. Johannes Middelanis vom St.-Elisabeth-Hospital, die neue Technik kennengelernt und daraufhin die Geschäftsführer Maud Beste (Klinikum) und Dr. Stephan Pantenburg (St.-Elisabeth) überzeugt. Mit „Intrabeam“ wird in der Region außer in Gütersloh nur noch in Paderborn, Herford und Osnabrück gearbeitet.

Platz 7 von 59 Zentren

Beide Geschäftsführer versprechen sich von der neuen Art der Zusammenarbeit viel. „Wir haben uns im nordrhein-westfälischen Ranking immer weiter nach vorn gearbeitet“, so Dr. Pantenburg. „Derzeit belegen wir Platz 7 von 59 Brustzentren.“ Dr. Middelanis ergänzt: „Wir stehen ja erst am Anfang dieser Behandlungsform. Gut möglich, dass sich aus den Erkenntnissen weitere Fortschritte ergeben.“

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