Schornsteinfeger klagt gegen Beleidigung
Kritisierte die Leistung seines Bezirksschornsteinfegermeisters zu scharf: Ludger Hellkuhl wurde von dem Handwerker auf Unterlassung verklagt. Der Rentner glaubt, der Schornsteinfeger habe absichtlich nicht zu einem Austausch der alten Heizungsanlage geraten, weil ältere Modelle öfter geprüft werden müssen als neue.

Dabei ist der Beklagte selbst ehrenamtlich als Schiedsmann aktiv. Der Streit begann vor mehr als einem Jahr. Im Januar 2011 führte der Schornsteinfeger die vorgeschriebene Abgasüberprüfung durch. Der Hausbesitzer Ludger Hellkuhl hatte die Anlage kurz zuvor durch einen Heizungsmonteur kontrollieren lassen. Der Fachmann erklärte, das Modell sei defekt, völlig veraltet und müsse ausgetauscht werden. Der Schornsteinfeger dagegen legte nur das einzelne Messergebnis vor, das er geprüft hatte, und erwähnte nicht, dass die Anlage vielleicht durch eine moderne ersetzt werden sollte. Hellkuhl ärgerte sich darüber, dass der Schornsteinfeger, der sich auf seinem Firmenbriefumschlag als Energie-Experte bezeichnet, nicht zu einem Austausch der Anlage riet. Der Rentner weigerte sich zunächst, die Rechnung über rund 43 Euro zu zahlen. Er bemängelte die Leistung und das Protokoll. Der Handwerker mahnte den Betrag an und die Vollstreckung wurde angekündigt.

Keine gütliche Einigung mehr möglich

Im Verlauf dieses Verfahrens nannte der Hellkuhl im Briefverkehr den Schornsteinfeger nicht nur inkompetent und Hochstapler. In einem Post Scriptum wies er zudem darauf hin, dass „Schornsteinfeger bei den Nazis als Spitzel und Denunzianten gedient hätten“ und dass er ihnen schon deshalb misstraue. Der Schornsteinfegermeister verklagte den Heizungsbesitzer daraufhin auf Unterlassung. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht sagte der Anwalt von Ludger Hellkuhl, sein Mandant wolle erklären, dass er den Meister nicht mehr verunglimpfen werde. Zudem wolle er 300 Euro der entstandenen Kosten des Klägers übernehmen. „Darüber brauchen wir nicht weiter zu reden“, entgegnete der Rechtsanwalt des Schornsteinfegers auf das Angebot. Mit dieser Summe sei sein Mandant nicht zufrieden. Seine Kosten für die Auseinandersetzung seien wesentlich höher und er habe schließlich nichts Unrechtes getan. Jetzt muss der Richter entscheiden. „Es ist schlecht gelaufen“, hatte er bereits zu Beginn der Verhandlung gesagt. „Zwei Menschen sind aufeinandergetroffen, die nicht so gut miteinander auskommen.“ Am 18. April wird die Entscheidung verkündet.

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