Schülerensemble singt sich in die Herzen

Dank einer geschickten Inszenierung hatte jeder Einzelne die Gelegenheit zu glänzen. Stand am Anfang Hauptfigur Tracy Turnblad aufgrund der glockenreinen Stimme von Darstellerin Linda Prill im Mittelpunkt, durften sich im zweiten Teil Philipp Küth als Wilbur Turnblad und Vera Hanke als Motormouth Maybelle in Szene setzen. Gleich zum Auftakt beeindruckte das Ensemble, das ein Jahr lang unter der Leitung von Musiklehrerin Barbara Vielhaber hart geprobt hatte, mit den knallbunten Kostümen des Nicest- Kids-in-Town-Chors und dem bestens geschminkten schwarzen Chor bei Linda Prills Einstiegssong „Geboren in Baltimore.“

Erst einmal galt es, die Akteure kennenzulernen, zunächst den weißen Teils des Musicals: Laura Helwes als verwöhnte Tussie Amber von Tussle, die dank ihrer Mutter Velma – Franziska Hollenhorst gibt überzeugend eine arrogante Zicke – Star eines Miss-Wettbewerbs werden soll; das von Lilli Neumann und Meltem Aktürk bestens einstudierte Tanzensemble und Möchtegern-Elvis Link Larkin, der nicht über den Provinzschwarm hinauskommt und für den sich Johannes Windel arg zurücknehmen muss.

Liebesschwur provoziert Lacher

Nur zum Zuschauen verdammt ist Familie Turnblad mit der pummeligen Tochter Tracy, die diese Rolle nicht mehr hinnehmen will, und ihrer resignierten Mutter Edna, die wie in der Haispray-Verfilmung und in der Kölner Musical-Version männlich besetzt ist. Max Kelle erarbeitete sich seine Anerkennung im Laufe des Stücks. Höhepunkt wird sein Duett mit Philip Küth, deren gesungener und getanzter Liebesschwur mit vielen Lachern und einem Extraapplaus gefeiert wird. Philipps Bruder Simon dagegen weiß im Mittelteil des Stücks mit seinen schauspielerischen Leistungen als Seaweed zu glänzen. Das Musical stellt an die Sänger und Sängerinnen einige Anforderungen.

Finaler Sprung gelingt perfekt

Genau wie Tracy sich in die Herzen singt, meistert das Ensemble nach der Pause mit mehr Lockerheit kleinere Probleme und überträgt den Schwung der Sixties auf das Publikum. Ob gewollt oder nicht, wird zum Schluss die schüchterne Penny Pingleton, anfangs recht deutlich unbedarft von Larissa Milan dargestellt, zum heimlichen Star der Show. Mit bezaubernden Tanzeinlagen besteht das gewandelte Mauerblümchen problemlos neben den laut-schrillen Hauptfiguren. Und ihr Sprung in das Schlussbild gelingt perfekt.

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