Schulz und Morkes bestreiten Stichwahl
Foto: Dinkels
Gratulation in Corona-Zeiten: Henning Schulz (CDU, links) und Nobby Morkes (BfGT) bei der Wahlveranstaltung vor dem Rathaus. In zwei Wochen treten sie bei der Stichwahl noch einmal gegeneinander an.
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Schulz erhielt im ersten Wahlgang mit 36,13 Prozent die meisten Stimmen. Morkes kam auf 25,13 Prozent. Auf Platz drei schob sich Gitte Trostmann (Bündnis 90/Die Grünen) mit 21,31 Prozent. Volker Richter (SPD) erhielt 15,31 Prozent  und Manfred Reese (Die Linke) abgeschlagen noch 2,13 Prozent. 

Der Amtsinhaber hat nach eigenen Worten mit einer Stichwahl gerechnet. Er sei sich aber nicht sicher gewesen, gegen wen. Es sei ein schwieriger Wahlkampf unter Corona-Bedingungen gewesen, sagte Schulz. Er habe viel Feedback bekommen. „Ich freue mich schon über das Ergebnis und die Klarheit, die wir im ersten Schritt bekommen haben“, sagte Schulz. 

„Ich bin zum erstem Mal sehr optimistisch in die Wahl gegangen“, sagte Nobby Morkes zu seiner vierten Kandidatur. 2015 hätten nur 173 Stimmen für die Stichwahl gefehlt. „Jetzt ist alles möglich“, sagte Morkes zum Termin in zwei Wochen. Seinen Erfolg führte er auf seine langjährige Erfahrung und darauf zurück, dass die Menschen einen Bürgermeister wollten, der mit ihnen spreche. In drei Wahlbezirken, darunter sein Wohnort Pavenstädt, holte Morkes mehr Stimmen als Schulz. 

Gitte Trostmann (Grüne) zeigte keine Enttäuschung. „Ich finde, ich habe ein grandioses Ergebnis. Wir haben auf die richtigen Themen gesetzt und es ist gelungen, mich gut zu verkaufen.“ Das Ergebnis der letzten Grünen-Kandidatin 2009 habe sich fast verdreifacht. „Es war mein erster Anlauf“, sagte Trostmann, dafür sei es „ein grandioses Ergebnis“. 

Das Ergebnis der Grünen entspreche dem Bundestrend und bei der Bürgermeisterwahl habe es mit Nobby Morkes einen klaren Sondereffekt gegeben, sagte Volker Richter (SPD). „Es ist uns nicht gelungen, das Protest-Image von Nobby Morkes zu kompensieren.“ Man habe auf Sachthemen gesetzt und sich gegen den Bundestrend nicht durchsetzen können. Insgesamt sei es ein fairer Wahlkampf gewesen. „Ich hätte mir mehr gewünscht“, sagte Manfred Reese. 

In den Wahllokalen waren wegen der Corona-Pandemie besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. Deswegen bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen. Auch Henning Schulz musste sich gegen 16 Uhr vor dem Rathaus mit seiner Frau Imme einreihen. Dort stand in grenzwertiger Entfernung vor dem Haupteingang auch noch Wahlwerbung von CDU, SPD und Linken. Eigentlich ist das nicht erlaubt. Einige Briefwähler warfen ihre Unterlagen am Nachmittag noch in letzter Minute in den Briefkasten des Rathauses. Die Wahllobby am Abend war wegen der guten Wetterprognose kurzfristig vor das Rathaus verlegt worden und gut besucht. Auf einer LED-Wand konnten die Zuschauer die Ergebnisse mit Moderator Matthias Traeger verfolgen.

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