Schweigeminute für Japan am Rathaus
Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor dem Rathaus

In einer kurzen Ansprache vor dem Rathaus hatte Bürgermeisterin Maria Unger zuvor die Gedanken, die nicht nur der Menschen hier vor Ort bewegen, auf den Punkt gebracht: „Das unvorstellbare Leid, die vielen tausend Toten, die Verletzten und die Trümmer, die durch das Erdbeben und den Tsunami hervorgerufen wurden, schockieren uns und rufen unser tief empfundenes Mitgefühl hervor. Fassungslos betrachten wir die Bilder der Zerstörung, des Schmerzes und der Angst. Die Natur zeigt dem Menschen einmal mehr auf, dass er sie nie beherrschen kann und wird. Eine besondere Dramatik erfahren die Ereignisse zusätzlich durch die Auswirkungen der Zerstörungen in den Atomkraftwerken. Das, was man nur für theoretisch denkbar hielt, ist nun doch passiert, und die Folgen sind verheerend. Es ist richtig, die Geschehnisse als eine weltweite Mahnung zur verantwortlichen Energiepolitik zu begreifen und es ist richtig, dass wir auch in Deutschland die innenpolitische Diskussion darüber führen müssen. Und wir stellen uns zurecht die Frage nach unserer eigenen Sicherheit.

Doch mich hat auch berührt, wie schnell durch diese Diskussion das Leid der Menschen in den Hintergrund rückte. Auf einmal prägen innenpolitische Auseinandersetzungen die Berichterstattung; viele sorgen sich darum, was die Ereignisse wirtschaftlich für sie bedeuten können. Aber wir dürfen den Tod und das Leid zehntausender Menschen nicht so einfach hinter uns lassen. Dass wir dies nicht tun, uns nicht ablenken lassen vom Eigentlichen der Katastrophe, auch dazu dient diese Schweigeminute.“

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