Sechs Jahre Haft für Felix Vossen
Der 43-jährige Gütersloher Industriellensohn Felix Vossen ist in Zürich zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Vossen beteuerte: „Es tut mir furchtbar leid.“

Felix Vossen hat seine Eltern und rund 30 Freunde um zweistellige Millionenbeträge geprellt. Richter Sebastian Aeppli sprach Vossen wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung und Geldwäsche schuldig. Vossen habe das Vertrauen von Verwandten und Freunde missbraucht und „erhebliche kriminelle Energie“ an den Tag gelegt. Bei guter Führung und Anrechnung der Untersuchungshaft könne er aber schon im Frühjahr 2020 freikommen. „Ich hoffe, dass Ihnen das eine Lehre ist und Sie Ihr Leben wieder in den Griff bekommen“, sagte Aeppli. Verteidiger Reto Steinmann rechnete nicht mit Berufung.

„Felix ist ein durchtriebener Gauner“

Eines von Vossens Opfern, der Immobilienmakler Russell Hicks, war beim Prozess zugegen. Er hat umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro verloren. Er beschrieb Vossen, der seinerzeit in London lebte, als höchst sympathisch, als Freund, dem man vertraute. Jetzt aber hat er nur noch Verachtung übrig. „Felix ist ein durchtriebener Gauner. Fallen Sie nicht auf seine Krokodilstränen herein“, sagte er dem Richter.

Eltern und Freunde um Millionen betrogen

Vossen ist Enkel des Textilunternehmers Burghardt Vossen. Er betrog zunächst seine Eltern um mehrere Millionen. Sie brachen den Kontakt zu ihm ab. In den 90er-Jahren habe er in London auf eigene Faust erfolgreich investiert, sagte Vossen vor Gericht. Ein Geschäft als Filmproduzent habe er als Hobby betrieben. Freunde hätten ihm Geld anvertraut. „Meine Vorhaben erschienen mir immer realistisch“, sagte er. „Ich habe mich vollkommen überschätzt.“ Vossen versagte die Stimme, er wischte sich Tränen ab.

Staatsanwalt: Opfer auf abgebrühte Art ausgenommen

Auf „abgebrühte Art“ habe er die Opfer ausgenommen, sagte der Staatsanwalt. Auch schon, als kaum noch etwas zu retten gewesen sei. Steinmann beschrieb die Scheinwelt, in der sich Vossen gewähnt habe. Drogen wie Kokain sollen eine Rolle gespielt haben. Sein Mandant wolle Wiedergutmachung leisten. Mit Spenden und Sponsoren, die einen Entschädigungstopf finanzieren sollen. Wie das gehen soll, wusste der Anwalt nicht. Felix Vossen wurde in Handschellen abgeführt.

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