Sechs Jahre Haft für Kaninchenschlächter

Außerdem wurde für den Alkoholkranken nach einem Jahr Haft die Unterbringung in einer Entziehungsklinik angeordnet.

Nachdem der Vorsitzende Richter Reinhold Hülsmann das Urteil verkündet hatte, zeigte sich ein Lächeln im Gesicht des Mannes, dessen „Verhalten unter Alkoholeinfluss den Handlungsrahmen übersteigt, den man sich gewöhnlich bei Menschen vorstellen kann“, wie der Richter formulierte.

Vielleicht war der Verurteilte erleichtert darüber, dass die Kammer unter dem von Staatsanwältin Beatrice Schäfers gefordertem Strafrahmen von acht Jahren geblieben war. „Wir nehmen das Urteil an“, so Rechtsanwalt Dr. Carsten Ernst, der in seinem Plädoyer gesagt hatte: „Ich halte fünf Jahre für angemessen, um zu verdeutlichen: So kann es nicht weitergehen.“

Tatsache ist, dass der ledige Gütersloher ohne festen Wohnsitz und Berufsausbildung unter Einberechnung der Untersuchungshaft noch knapp sechs Monate einsitzen muss, ehe er die zweijährige Therapie beginnt. Danach wird obligatorisch geprüft, ob die zweite Hälfte der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Seit Ende der 90er-Jahre gehörte Alkohol zum Lebensstil des „Mannes, der sogar humorvolle Seiten hat“, wie der Sachverständige bemerkte.

Angetrunken wurde der Vorbestrafte immer wieder von einem Moment auf den anderen aggressiv, unberechenbar und extrem brutal. Ein Jahr Haft berechnete gestern das Landgericht für die Bedrohung eines 18-Jährigen am Gütersloher Hauptbahnhof sowie den Raub seines Hosentascheninhalts. 18 Monate wurden für die Schläge ohne jeglichen Anlass verhängt, die ein Musikstudent am Rhedaer Busbahnhof einstecken musste.

In diesem Fall wie auch bei der Quälerei eines Drogensüchtigen in einer Wohngemeinschaft, die den Hauptanteil der Freiheitsstrafe nach sich zog, berücksichtigte die Kammer, dass beim Angeklagten wegen des Alkoholeinflusses und womöglich beim letzten Exzess aufgrund von Drogen ein eingeschränktes Hemmungsvermögen vorgelegen haben könnte.

Die Tötung der Kaninchen war übrigens im Vergleich zu den anderen Fällen als zu geringfügig eingestuft worden, um sie weiter zu verfolgen.

SOCIAL BOOKMARKS