Sechs mal fünf ergibt die 4. Komische Nacht
Bild: Dünhölter
Mit ausgelassenen Liebesliedern zum Mitsingen wusste Song-Poet Robert Alan unter anderem im Bankery sein Publikum zu begeistern.
Bild: Dünhölter

Cool bis feurig-heiß war auch, was sich am Mittwoch während des wunderbaren Sommerabends in der Skylobby sowie in den anderen fünf Foren abspielte: Den jeweils vor Ort ausharrenden Gästen im Alex, im Bankery, in der Bar Celona, in der Weberei

Hintergrund: Weil allein die Skylobby 120 Plätze bot, stieg die Gesamtbesucherzahl bei der 4. Komischen Nacht von 500 auf mehr als 650 Besucher an. Eine Ausweitung des Formats ist für Programmmacher Arne Langenberg daher nicht nur möglich, sondern auch angestrebt. „Unser Ziel ist es, jedes Jahr ein, zwei Läden dazuzubekommen, in denen wir unsere Künstler präsentieren können.“ Und da in Gütersloh die Lokalitäten so nah beieinander liegen, müsse man für den Transfer auch nicht mehr als 15 Minuten rechnen. Aber: „Egal ob 6, 7, 9, 12 oder 19 Veranstaltungsorte mitmachen, es bleibt aus zeitlichen Gründen bei fünf Auftritten pro Lokal“, betonte Langenberg. Alles andere würde die mit dreieinhalb Stunden ohnehin schon üppige Veranstaltungsdauer nur unnötig in Länge ziehen. „Schließlich wollen alle Gäste auch mal nach Hause.
und im Gütersloher Brauhaus wurde zusätzlich zu kühlen Getränken oder leckerem Essen ein Humordauerfeuerwerk serviert. Wobei sich jeweils fünf Comedians mit knapp halbstündigen Programmen abwechselnd an den sechs Orten vorstellten.

 „Es ist für jeden Geschmack etwas dabei“, versprach Organisator Arne Langenberg. Für die Neuauflage, die den Gastronomen außer vollen Läden auch doppelte Umsätze und Arbeit einbrachten, hatten die szenekundigen Humorexperten mit feinem Händchen wieder einmal ein tolles Programm ausgesucht. Obwohl sich Lokalitäten und Publikum unterschieden, meisterten die Unterhalter ihre Herkulesaufgabe, mit kurzer Aufwärmphase von null auf 100 durchzustarten.

 Dass nicht jeder Gast über jeden Künstler gleich viel lachen konnte, lag in der Natur der Sache. Dazu ist Humor zu individuell. Trotzdem stimmte die Mischung von der schon ein bisschen derben, extrem gut ankommenden Christiane Olivier („Als alleinerziehende Mutter muss mich ein wenig beeilen. Mein Sohn wartet im Auto. Ich hab’ ihm ‘ne Kiste Bier dagelassen“) über den Song-Poeten Robert Alan, der mit dem Publikum wunderbare Liebeslieder sang („Ha-Ha-Hamsterbacke“) bis hin zu Marc Weide, Magier mit frecher, moderner Prägung. Sie besetzten die unterschiedlichsten Genres.

In die Kategorie „Schrill, aber topp“ fiel Archie Clapp. Der Berlin-Neuköllner mit seiner anarchischen Einhorn-Frisur lieferte dem Publikum mit ungeheurem Sprachtempo und brachialem Wortwitz – „Es kann kein Zufall sein, dass die Abkürzung für Schwiegermutter SM ist“ – tiefe Einsichten: „Meine Mutter hat als Dame ohne Unterleib im Zirkus gearbeitet. Sie ist immer gern zur Arbeit gerobbt.“ Und auch mit Sprüchen wie „Junkie möchte ich nicht sein – was die allein an Fixkosten im Monat haben“ bot er was gewünscht wurde: zwanglosen, auf politische Korrektheit verzichtenden schwarzen Humor.

Die fünfte Komische Nacht in Gütersloh ist für den 13. November geplant.

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