Seelisch gesund durch die Krise kommen
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Präsentierten das Programm für die Woche der seelischen Gesundheit in Gütersloh: (v. l.) Steffen Gerz (Wertkreis), Jenny von Borstel und Anette Harnischfeger (beide Selbsthilfegruppen Gütersloh), Professor Dr. Michael Löhr und Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller (beide LWL) sowie Bürgermeister Henning Schulz.
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Löhrs Meinung teilt das Gütersloher Bündnis gegen Depression, das am Mittwoch das Programm der sechsten Auflage der Aktionswoche vorgestellt hat. 

„Lockdown hat Gesellschaft sozial ins Trudeln gebracht“

Die Corona-Krise habe, so Löhr, auch die Planung der Woche der seelischen Gesundheit beeinflusst. Den Gedanken, die Aktion ausfallen zu lassen, habe man schnell verworfen. „Der Lockdown hat die Gesellschaft sowohl ökonomisch als auch sozial ins Trudeln gebracht“, sagte Löhr. Daher wolle man niedrigschwellige Angebote schaffen, damit die Menschen „so gesund wie möglich durch die Krise kommen“. 

Bürgermeister Henning Schulz betonte die Wichtigkeit, nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die seelische Gesundheit zu achten. „Arbeiten von zu Hause aus hat viele Freiheiten gebracht, aber auch zum Lagerkoller geführt“, sagte er. Jeder Mensch brauche einen Punkt zum Andocken. 

Stress bewältigen mit Klang-Workshop oder kultiviertem Essen

Die Woche der seelischen Gesundheit biete dazu Gelegenheit. Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller, Ärztlicher Direktor des LWL-Klinikums, unterstrich: „Jeder kann und muss etwas für seine seelische Gesundheit tun.“ Es gebe unterschiedliche Möglichkeiten, Stress zu bewältigen. „Dem einen hilft ein Klang-Workshop, dem anderen ein kultiviertes Essen in Gemeinschaft.“ 

Zuversicht und Hoffnung wichtige Themen

Sein Kollege Löhr ergänzte: „Zuversicht und Hoffnung sind wichtige Themen: Wie kann ich mit mir auskommen, um nicht an sozialer Dekompensation zugrunde zu gehen?“ Steffen Gerz (Wertkreis) berichtete von seinen Erfahrungen: Gerade in der Betreuung psychisch Kranker habe man neue Wege beschreiten müssen, da etwa durch die Schließung der Werkstätten die übliche Tagesstruktur weggebrochen sei. „Einige haben ihre Eindrücke in Lyrik und Poesie verarbeitet.“ 

Recovery-College: VHS der seelischen Gesundheit

Kronmüller hob bei der Programmvorstellung das Recovery-College hervor: „Das kann man sich wie eine Volkshochschule der seelischen Gesundheit vorstellen“, sagte er. Dort würden Seminare über einen längeren Zeitraum angeboten – sowohl für gesunde als auch psychisch kranke Personen. 

Zum Programm

Bis auf „Essen für Körper und Seele“ (9. Oktober) sind sämtliche Angebote der Woche der seelischen Gesundheit kostenfrei. Spenden sind willkommen. 

Folgende Termine sind geplant: 26. September: 15.30 bis 16.30 Uhr Body Balance im Sportpark Elan, Westfalenweg 2.

27. September: 16 bis 18 Uhr Vorstellung Recovery-College Gütersloh-OWL, Buxelstraße 55. 

28. September: 16 bis 17.30 Uhr und 18 bis 19.30 Uhr Workshop „Klänge und Achtsamkeit“, Klangquelle Verl, Goethestraße 21 in Verl; 19 bis 20.30 Uhr Vortrag „Stillen – gesunder Start ins Leben“, Klinikum Gütersloh, Reckenberger Straße 19. 

29. September: 18.30 bis 20 Uhr Vortrag „Depression und Sucht“, Bernhard-Salzmann-Klinik, Buxelstraße 50. 

1. Oktober: 19 bis 21 Uhr Workshop „Yoga und positives Denken“, AOK, Barkeystraße 19; 19.30 Uhr Vortrag und Ausstellungseröffnung „Suizid – kein Tod wie jeder andere“, Stadtbibliothek, Blessenstätte 1. 

6. Oktober: 9.45 bis 11 Uhr Yin Yoga, Sportpark Elan; 18 bis 20 Uhr Elterntalk im Dialog, Anne-Frank-Schule, Saligmannsweg 40; 18.30 Uhr Vortrag „Vom guten Anfang – Schwangerschaftsbegleitung mit emotioneller Erster Hilfe“, Drostehaus Verl, Schillingsweg 1. 

7. Oktober: 19 Uhr Vortrag „Psychische Belastung pflegender/begleitender Angehöriger“, Café Connect, Kirchstraße 10a; 19.30 Uhr Lesung „Wenn dir das Lachen vergeht – wie ich meine Depression überwunden habe“, Stadtbibliothek. 

8. Oktober: 9 bis 12 Uhr Vortrag „Digitale Gewalt bei Frauen und Mädchen“, Frauenbildungstreff des Vereins Wasilissa, Schledebrückstraße 168; 10 bis 12 Uhr Vortrag „Familienplanung für Frauen“, Diakonie Gütersloh, Kirchstraße 10a. Anmeldung per E-Mail an marvin.hemkendreis@diakonie-guetersloh.de; 19 bis 20.30 Uhr Vortrag „Ängste und Fragen bei Krebs“, Klinikum Gütersloh; 19 Uhr Vortrag „Wenn das Essen zur Krankheit wird“, AOK. 

9. Oktober: 14 bis 17.30 Uhr „Lichttupfer“, Wertkreisladen, Berliner Platz (digital vom 9. bis 12. Oktober unter www.wertkreis-gt.de); 18 bis 22 Uhr Essen für Körper und Seele, Schenkenhof, Bielefelder Straße 5 (16 Euro Teilnahmegebühr). 

11. Oktober: 15 bis 16.30 Uhr Achtsamer Parkspaziergang, Botanischer Garten.

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