Sicherheit hat Vorrang vor Partylaune
Weil das für Samstag, 28. Mai, im Gütersloher Wapelbad geplante Holi-Festival witterrungsbedingt auf den 4. Juni verschoben wurde, gab es heftige Vorwürfe gegen die Organisatoren.

 Organisator Matthias Markstedt und sein Team sahen sich aufgrund der groben Töne im Internet zu einer Stellungnahme gezwungen.  „Idioten“ ist noch das harmloseste Schimpfwort, das den ganzen Fronleichnamstag über auf die Veranstalter niederprasselte. „Von wegen Sturm, Hagel oder Starkregen. Als ob die das Holter Meeting oder Herzerockt absagen würden wegen so ein Wetter. Komisch auch das alles andere stattfindet: Isselhorster Antikmarkt, Anno 1280, Straßenkreuzer-Treffen in Kaunitz“, schimpfte ein Fan und verwünschte die Organisatoren: „Ich hoffe, diesen Samstag wird es schön und ihr schwimmt weg am 4. Juni mit eurer bunten Holla-die-Waldfee-Party. PAH !!!!“

Matthias Markstedt versucht die Wogen zu glätten: „Während das Holi-Festival für unsere Gäste ausgelassenes Feiern mit bunten Farben bedeutet, tragen wir die sehr große Verantwortung für bis zu 5000 Besucher. Bitte glaubt uns, dass wir uns nach wochenlangen Vorbereitungen die Absage eines solchen Festivals alles andere als leicht gemacht haben.“ Dem immer wieder geäußerten Vorwurf einer „viel zu frühen Absage“, widerspricht Markstedt: „Allein das Sicherheitskonzept für das Festival muss drei Tage vorher koordiniert werden.“ Eine Absage am Donnerstag wäre daher zu spät gewesen. Auch wenn aktuelle Wetterprognosen etwas anderes sagen, habe man sich am Mittwoch zur Absage entschieden, weil der deutsche Wetterdienst um 15 Uhr gemeldet hatte, dass am Samstag in Ostwestfalen zwischen 14 und 20 Uhr zum Teil mit schweren Gewittern und starken Regengüssen zu rechnen sei. „Wir können es nicht verantworten, bei Regen, und Blitzen ein Open-Air-Festival in der Größenordnung durchzuführen“, betont Markstedt.

Auch wenn das so manchem Fan die Wochenendplanung durcheinandergebracht hat – wovon die zahlreichen nun zum Verkauf angebotenen Festival-Karten im Internet künden. Doch für den Wapelbad-Betreiber steht das Wohlergehen der Besucher an erster Stelle. „Eine Verantwortung, die nach der Love-Parade-Katastrophe von Duisburg 2010 nicht kleiner geworden ist.“

Markstedt bittet: „Ärgert euch nicht, wenn es am Samstag nicht regnet und nicht gewittert. Wir freuen uns nun gemeinsam mit euch auf den Nachholtermin am Samstag, 4. Juni, im Wapelbad.“

Besser verschieben, als bereuen

Die Holi-Festival-Macher haben aber auch viel Rückendeckung für ihre Entscheidung erhalten. So schrieb Lena Stöttwig. „Es wird natürlich wieder viele geben, die meckern. Aber ganz ehrlich? Dann sollen se mal selber sowas planen. Besser man verschiebt, bevor was passiert. Dann heulen se nämlich auch alle rum!“

 Tim Schulz, der bei der Großveranstaltung im Wapelbad als Techniker fungiert, schrieb: „Die Absage ist vollkommen ok. Sicherheit geht vor. Ein Blitzeinschlag bei bis zu 5000 Personen und dann ein Panikausbruch – das will und braucht keiner. Auch ich bin als Techniker beim Holi von der Absage betroffen und muss mir den Ersatztermin frei halten. Ich stehe zur Entscheidung von Matthias und dem Team.“

Das Wapelbeats-Holi-Festival gilt als das Festival dieser Art mit den meisten Besuchern und der mit Abstand größten Nachfrage und ist dennoch das kostengünstigste im Umkreis geblieben. „Niemand der zahlreichen Helfer verdient sich mit den Einnahmen eine goldene Nase“, betont Markstedt. So wurden die Erlöse 2015 - immerhin 10 000 Euro – an die DRK Flüchtlingshilfe gespendet und auch 2016 spendete das Wapelbad bereits mehr als 10 000 Euro seiner Wapelbeats Erlöse.

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