Sieben Monate lang halten keine Fernzüge
Bild: Dinkels
Die IC- und ICE-Halte in Gütersloh fallen ab März für sieben Monate weg. Es hält nur noch der ICE 102 aus Basel Richtung Hannover (23.11 Uhr). Um Anschluss an den Fernverkehr zu bekommen, müssen Bahn-Kunden nach Bielefeld oder Hamm fahren. Wegen der Strecken-Sperrung nach einem Notarzteinsatz in Avenwedde musste ein ICE gestern im Gütersloher Hauptbahnhof warten (Bild).
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In der Nachbarstadt werden drei Eisenbahnüberführungen erneuert (von-der-Recke-Straße, Schillerstraße, Schildescher Straße). Bisher waren deshalb zwischen Bielefeld und Brackwede zwei Gleise der Güterstrecke gesperrt. In einem zweiten Bauabschnitt wird vom 18. März bis zum 11. Oktober die Personenzugstrecke gesperrt. Personenzüge werden über die Güter-Gleise umgeleitet. Um an den Baustellen verlorene Zeit aufzuholen, entfallen die Intercity-Halte in Gütersloh und Herford.

Für sieben Monate wird die Kreisstadt damit vom Fernverkehr abgeschnitten. In Gütersloh sind davon im Tagesverlauf knapp 20 Verbindungen betroffen. Reisende müssen mit Nahverkehrs- oder Regionalzügen entweder nach Bielefeld oder nach Hamm fahren, um Anschluss an den Fernverkehr zu bekommen. In Gütersloh hält nur noch der ICE 102 von Basel nach Hannover abends um 23.11 Uhr.

In der Kreisstadt hatten erste Hinweise auf die drohende Abkopplung vom Fernverkehr bereits zu Besorgnis und Verärgerung geführt. So hatte Bürgermeister Henning Schulz (CDU) brieflich bei der Bahn zu intervenieren versucht. Auch die Landtagsabgeordneten Raphael Tigges (CDU) und Wibke Brems (Grüne) hatten in einem Brief an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn in NRW und den Vorstand der DB Fernverkehr AG gefordert, die Halte der IC- und ICE-Züge in Gütersloh nicht auszusetzen. Die Abkopplung vom Fernverkehr „wäre ein massiver Einschnitt für die Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte in Gütersloh und OWL“. Firmen, Hochschulen und Arbeitnehmer seien zwingend auf die Anbindung angewiesen. Außer von Besuchern werden die Fernverbindungen Richtung Hamm und Hannover vor allem auch von Pendlern genutzt.

Und es kommt noch schlimmer: Um die Personenzüge über die Gütergleise umleiten zu können, müssen laut Bahnsprecher zusätzliche Bauweichen eingebaut und die Oberleitungen ergänzt werden. Bei den vorbereitenden Maßnahmen hat sich für den Bielefelder Bahnhof ein Bombenverdacht ergeben, weshalb die Baupläne noch einmal geändert wurden: Der Bielefelder Bahnhof wird von Freitag, 15. März, bis Montag, 18. März, vom Netz genommen. In Bielefeld, Gütersloh und Herford halten in der Zeit keine Fernverkehrszüge. ICE und IC-Züge werden über Münster, Osnabrück und Löhne (ohne Halt) umgeleitet. Das gilt auch schon für das Wochenende 2. und 3. März sowie vom 13. bis zum 15. März. Auf der IC-Linie 55 (Köln-Hannover-Dresden) und einzelnen weiteren Zügen kommt es zu Halteausfällen.

Hinweise für Reisende

Die exakten Reisezeiten und alternative Reisemöglichkeiten zwischen dem 1. und 17. März sollen bis Mitte Februar in den Auskunfts- und Buchungssystemen der Bahn angepasst werden. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über den DB-Navigator oder www.bahn.de informieren.

Bereits gebuchte Fernverkehrsreisen von und nach Hamm, Gütersloh, Bielefeld, Herford, und Hagen können kostenlos umgebucht oder erstattet werden, sofern die Verbindungen von Haltausfällen betroffen sind.

Fahrgäste mit Streckenzeitkarten für den Fernverkehr sollten sich an ihr Abo-Center wenden. BahnCard 100-Kunden können sich an den Comfort-Service der Deutschen Bahn wenden.

Die zweite Bauphase in Bielefeld hat auch Auswirkungen auf das Nahverkehrsangebot ab Bielefeld. So fährt die Regionalbahn (RB) 69 (Ems-Börde-Bahn) ab Bielefeld Hauptbahnhof acht Minuten früher ab als bisher und hält außerdem in Richtung Hamm nicht in Isselhorst-Avenwedde. Ersatzweise hält dort stattdessen die RB 67 (Der Warendorfer, Fahrtrichtung Münster). In Richtung Bielefeld wird Isselhorst-Avenwedde wie gewohnt von der RB 69 angefahren.

Von Freitag, 15. März, 22 Uhr, bis Montag, 18. März, 4 Uhr, kann der Bielefelder Hauptbahnhof wegen der Vollsperrung von gar keinem Zug angefahren werden.

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