Simone Jänkes gemalte Poesie
Bild: Pieper
Simone Jänke stellt ihre Zeichnungen und Druckgraphiken in der Gütersloher Galerie Siedenhans und Simon aus.
Bild: Pieper

 In Simone Jänke Bildern geht es weder um Realitäten noch um Träume. Aber sie nutzt beide Metiers, um ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen. Gemalte Poesie von einer Künstlerin, die ihr Handwerk versteht.

Ab Samstag, 1. Dezember, bis zum 19. Januar zeigt die Gütersloher Galerie Siedenhans und Simon, Kökerstraße, unter dem Titel „Der Wind setzt seinen Weg fort“ 21 Zeichnungen und 25 Druckgrafiken der in Münster ansässigen Künstlerin. Wer darauf vertraut, dass die offene Art der 47-Jährigen den Weg zu ihren Arbeiten erleichtert, der irrt und wird sich in deren Vielschichtigkeit und Symbolik verlieren.  Es ist besser, sich vorsichtig an den Kern der Sache heranzutasten.

Jänkes kleinformatige Tuschezeichnungen geben einen patenten Wegweiser ab. Mit und in ihnen hält die Künstlerin regelmäßig Szenen aus ihrem Umfeld fest. Mit schnellem Strich aus ständig wechselnden Perspektiven fokussiert sie tagebuchartig, was ihr wichtig ist, was sie emotional oder gedanklich beschäftigt. Das ist der Vorrat, aus dem sie die Fragmente für die Szenarien ihrer großen Bilder schöpft. Wobei sie gern seriell arbeitet, denn: „Ein Format allein genügt nicht, um all meine Gedanken zu einem Thema zu fassen“, gesteht Jänke.

Was ihre Bilder verbindet, sind immer wiederkehrende Zeichen und Symbole – fliegende Blätter, Stühle, Tiere – Synonyme für Sehnsucht, Hoffnung oder Freiheit, die sie per Schablone auf die Leinwand bringt oder als Holzschnitte darauf druckt, um sie in zig Farbschichten einzubetten, sie zu übermalen oder sie dort auch wieder herauszuschälen. Da werden Motive mit spontanen, schwungvollen Liniaturen überzogen oder mit Ritzungen akzentuiert. Das ist keine bewusste Zerstörung, keine spröde Malerei, sondern ein gekonnter, mitunter psychischer und physischer Kraftakt, um der inneren Bewegtheit auch äußerlich Herr zu werden.

 Die Qualität von Simone Jänkes Arbeiten zeigt sich darin, dass am Ende verführerische Kompositionen in subtiler, farblicher und formaler Balance entstanden sind. „Und das empfinde ich als Glück“, sagt die Künstlerin.

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