Sky entzürnt Gastwirte mit Abo-Erhöhung
Bild: Dinkels
Gastwirt Jürgen Vogelpohl ärgert sich über die Preiserhöhung des Bezahlsenders Sky. Soviel werde während der Bundesliga-Übertragungen gar nicht konsumiert, dass sich das rechne.
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Auch in Gütersloh bieten einige Kneipen die Möglichkeit, Live-Übertragungen des Bezahlsenders Sky bei einem kühlen Bier anzuschauen. Damit könnte bald Schluss sein. Der Bezahlsender Sky erhöht zum 1. September seine Abonnements-Preise für Gastronomie-Betriebe. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Die Gütersloher Gastwirte sind sauer.

„Das ist eine Sauerei“, sagt Jürgen Vogelpohl, Inhaber der Gaststätte Bermpohl an der Berliner Straße. „Ich überlege wirklich, ob ich das Abo kündige.“ Rund 500 Euro muss der Wirt pro Monat für die Entschlüsselungs-Karte zahlen. „Da muss man schon genau rechnen, wieviel Bier man verkaufen muss, um nur die Gebühr wieder reinzukriegen, und ob sich das noch lohnt“, erklärt der Wirt.

Georgios Tzallas, Inhaber der Gaststätte Nordpol an der Marienfelder Straße stößt ins gleiche Horn. „Sky zockt die Wirte ab. Der Sender weiß, dass die Kunden die Übertragungen sehen wollen und er hat ja das Monopol.“ Bereits bei der letzten Gebührenerhöhung hätten sich viele seiner Kollegen in der Dalkestadt aufgeregt. Den Vertrag gekündigt habe aber kaum jemand, sagt Tzallas. Er wünscht sich eine Absprache zwischen den betroffenen Wirten. „Vielleicht würde es etwas bewirken, wenn wir alle gemeinsam das Sky-Abo abbestellen würden.“

Tzallas ärgert sich vor allem über die unterschiedliche Preisgestaltung des Senders. In ländlichen Gebieten habe es keine Erhöhung gegeben. „Es gibt eine Berechnungsgrundlage mit vier Punkten, die von Sky herangezogen wird“, erklärt Uwe Kirschner vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Bielefeld. In Städten mit einem Bundesliga-Verein müssten die Wirte zum Beispiel deutlich höhere Gebühren zahlen als in Regionen ohne Erstligisten. Zudem seien Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und Größe des Betriebs ausschlaggebend.

„Wir müssen einfach unsere höheren Kosten an die Kunden weitergeben“, erklärte eine Sprecherin von Sky Deutschland, warum schon wieder eine Erhöhung der Abo-Preise ansteht. Die Lizenzen für die Übertragungsrechte seien deutlich teurer geworden, zudem seien die Produktionskosten gestiegen. Vor einer Kündigungswelle der Gastwirte fürchte sich Sky nicht, erklärt die Sprecherin. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Gastronomiekunden trotz Preisumstellung um zwölf Prozent gestiegen. Wie viele Wirte das Abo gekündigt haben, will die Marketing-Frau nicht angeben. „Diese Zahlen kommunizieren wir nicht.“

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kennt die Sorgen der Betreiber der sogenannten Sky-Sportbars. Für einige Kneipen sei die Preiserhöhung existenzbedrohend, sagt Uwe Kirschner. Der Verband bedauere die Entscheidung von Sky. Ob das Abo deshalb gekündigt werde, müsse allerdings jeder Wirt selbst entscheiden.

Die Dehoga habe einen Rahmenvertrag mit Sky, betont Kirschner. Dadurch könne ein Rabatt an die Verbandsmitglieder weitergegeben werden. „Der liegt bei 150 bis 275 Euro pro Jahr“, erklärt der Dehoga-Mitarbeiter. Ein schwacher Trost. Die Wirte in Gütersloh sind trotzdem wütend.

Kathrin Dudding, Inhaberin des Greens an der Friedrichstraße, ist ebenfalls genervt von dem Dauerthema. „Was soll man dazu noch sagen?“, fragt sie. „Uns ist es wichtig, dass unsere Gäste die Fußball-Spiele hier sehen können.“ Eine Kündigung des Sky-Abos kommt für sie nicht infrage. „Dann würden viele einfach in eine andere Gaststätte gehen. Und das weiß Sky wahrscheinlich genau. Deshalb können sie die Preise immer weiter erhöhen. Das ist halt so, wenn es in einem Bereich ein Monopol gibt.“

Ein anderer Wirt hat für sich eine Lösung gefunden und bittet, keine schlafenden Hunde zu wecken: „Ich habe das Sky-Abo nur für mich privat.“ Der Abonnements-Preis für Privatkunden beim Bezahlsender ist übrigens seit vier Jahren der gleiche.

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