So nervig wie neckisch: der Dennis
Bild: Christ
Versiert im Leben zwischen Berufsschule und Baustelle: Als „der Dennis“ aus Hürth gibt sich Schauspieler Martin Klempnow als kultiger Comedian.
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Er imitiert Stimmen, produziert bizarre Geräusche und schneidet irrwitzige Grimassen. Am Sonntag brachte er damit seine Fans in der rappelvollen Gütersloher Stadthalle zum Toben - egal wie sehr er dabei auch die ein oder andere Stellschraube des schlichten Humors überdrehte.

Mit dem 1-Live-Radio-Format „Dennis ruft an“ hat sich Klempnow als witziger, weil kurz(weilig)er Zwischenspieler etabliert. Prolliges Blödeln mehr als eine Stunde auszuhalten, führt dagegen an die Grenze des Zumutbaren. „Gütersloh und Hürth sind Partnerstädte“, biedert sich der Dennis gleich eingangs an. Denn: „Beide haben ein Ü im Namen.“

Natürlich erzählt er von seiner Maurerlehre und von der Pierre-Littbarski-Berufsschule (PLB), dessen Hausmeister früher sein Klassenkamerad war und mit dessen Sohn er jetzt im Unterricht hockt. Der platten Pointe „Als ich an die PLB kam, hatten die Twix-Brüder noch keinen Beef“ folgt die Spitze: „und die AfD hieß noch NSDAP.“

Dennis gibt Einblicke in seinen Alltag und erklärt die Welt aus blauäugiger Wahrnehmung heraus. Müllmann etwa sei ein guter Job, „da muss man nur mittwochs arbeiten.“ Und: „Ich will arbeitslos in einem Beruf sein, der wenigstens Spaß macht.“

In seinem neuen Programm „Ich seh voll reich aus!“ hat es den Dennis auf eine Baustelle verschlagen. Mit dem „Unterschichtenbeschleuniger“ (Linienbus) kommt er dorthin, um sich um halb zehn erst einmal einen „Kalbsfleisch-Knoppers“ (Döner) zu gönnen. Und so wie er mit dauerhaftem „so“ und „ne“ den eigenen Slang überzeichnet, so übertreibt er auch das Design seiner Kunstfigur – egal ob in Arbeitsklamotten oder mit dem Käppi im Ed-Hardy-Style, dem Glitzer-T-Shirt und der dicken Uhr am Handgelenk.

Ein wichtiges Thema für den Dennis sind die Frauen. Bei ihnen beobachtet er „Frisuren, die aussehen wie ein Dönerspieß.“ Er moniert die Mädels, die Jeans bis zu den Achseln tragen oder die anderen, „die Hosenlosen.“ Und auch seine Scherze über die vielen Leggins-Trägerinnen – „Die ganze Stadt sieht aus wie ein Gymnastikkurs“ – bringen seine Witze nicht übers Eindimensionale hinaus. Albernheit ist sein roter Faden. Immerhin, „der Dennis“ beherzigt eine goldene Regel des Komikers, sich selbst der Lächerlichkeit preiszugeben. Genau dafür feiert ihn das Publikum. Und jetzt gewinnt „der Dennis“ auch noch die Comedy-Krone von 1 Live. Sie wird ihm übermorgen in der Bochumer Jahrhunderthalle überreicht. Boah, ey!

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