Solist und Orchester in Hochform
Bild: Kreyer
Solo-Cellist von Weltrang: Der aus Gütersloh stammende Nicolas Altstaedt tourt nicht nur in aller Welt, sondern gibt auch in seiner Heimatstadt regelmäßig Konzerte.
Bild: Kreyer

Mit Unterstützung heimischer Unternehmen gelingt ihm das seit 1990, als er das Orchester gründete. Kurzum: Es ist ein enormes Potenzial, das Steinsiek jedes Mal in Bewegung setzen darf.

Ein spannendes Programm warf seine Schatten voraus, und so war der Start mit Georg Philipp Telemanns „Don-Quichotte-Suite“, einer burlesken Abfolge von acht Skizzen, vielsprechend. Aber wo blieben die „Liebesseufzer“, der „Galopp der Rosinante“, überhaupt das Leidenschaftliche des kapriziösen Lebens des Titelhelden? Allzu fein war der Umgang des Dirigenten mit dem Orchester. Viel mehr als ein technisch hervorragendes Zusammenspiel wäre ihm zu entlocken gewesen.

Nicolas Altstaedt sollte es schaffen. Vom ersten Augenblick an hatte der gebürtige Gütersloher das Orchester angesteckt und zu einem kraftvoll agierenden Partner motiviert. Mit „Chamber Music III op. 58: Die nächtlichen Tänze des Don Juanquijote“ des Finnen Aulis Sallinen hatte Altstaedt ein Werk gewählt, das seine technischen Finessen erst allmählich offenbarte. Besonders reizvoll und unvermutet sind die Anklänge an den Tango. Dieser ist seit 1913 in Finnland präsent. Meist in Moll komponiert, boomt er noch heute und rührt eine geheime Seite der finnischen Seele.

Was Sallinen einem Magier gleich in seiner Tango-stimmigen Kammermusik aufleben lässt, setzte Altstaedt auf den Saiten des alten Violoncellos von Lupot hoch sensibel um. Wenig aufdringlich ist die Virtuosität, die sich hier verbirgt. Wie brillant er jede Nuance ausarbeitete – voller Hingabe und doch unprätentiös zelebrierte Altstaedt jeden Ton. Während er dem Bogenstrich genussvoll nachzuspüren schien, überzeugte das Orchester in seiner Geschlossenheit.

Voll Vergnügen gestaltete das Orchester Antonín Dvoráks „Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22“. Ausdrucksvoll vermittelten die Musiker die Leichtigkeit dieser fröhlichen Abendmusik. Viel Applaus gab es von den zahlreichen Besuchern. Mit der Zugabe „Tempo di Valse“ aus Dvoráks Serenade zeigte sich der „andere“, temperamentvollere Malte Steinsiek mit einem meisterlichen Orchester.

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