Sommersaison diesmal ohne Wapelbeats
Bild: Bojak
 Sauber geschrubbt: Franz-Josef Füchtenschnieder am Becken des Parkbads. Zur Eröffnung am Pfingstwochenende soll das Becken glänzen.
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„Holi-Festival, Back to the 90th, Wapelbeats – bis Ende August ist alles gestoppt“, sagt Markstedt. Wer ein Ticket fürs Holi-Festival gekauft habe, bekomme sein Geld zurück. „Wir werden es nicht nachholen.“ Das sei nicht dramatisch, betont der Bademeister. Die Nachfrage sei zurückgegangen. Und die Vorbereitungen seien sehr aufwendig.

Mehrere Veranstaltungen müssen ausfallen

 „Allein für die Farbbeutel mussten wir mit 10.000 Euro in Vorleistung gehen. Das Pulver muss besonderen Anforderungen genügen und aus Indien importiert werden.“ Schade sei selbstverständlich, dass keine Einnahmen mehr generiert werden könnten.

In den vergangenen Jahren hatten Markstedt

Bademeister Matthias Markstedt ist unzufrieden.

und sein Team pro Jahr 25.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen aus dem Erlös des Holi-Festivals gespendet. Vier Wapelbeats-Konzerte sind ebenfalls gestrichen. „Die Künstler haben wir für 2021 gebucht“, so Markstedt.

Ein einziger Termin, der am 12. September, könnte noch stattfinden. Mat Joe, ein Hip-Hop-Duo aus Berlin, soll an diesem Tag ins Wapelbad kommen, ist noch nicht endgültig abgesagt. Aber der Bademeister ist skeptisch, ob es sich lohnt, das Konzert stattfinden zu lassen. „Das ist der erste Samstag, an dem möglicherweise wieder Großveranstaltungen stattfinden dürfen und der letzte, an dem sich Open-Air-Veranstaltungen noch anbieten. Da machen sich alle gegenseitig Konkurrenz.“

Markstedt will das Wapelbad-Gelände am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt freigeben. Kiosk und Küche bleiben aber vorerst geschlossen. „Wie sollen wir im Wapelbad kontrollieren, ob das Kontaktverbot eingehalten wird und ob sich alle an die Abstandsregeln halten?“, fragt er sich. Der Trägerverein könne die Verantwortung nicht übernehmen. Das Wapelbad soll zunächst wie ein Spielplatz genutzt werden können. „Es wird Zeit, dass wir das Areal wieder freigeben“, sagt Markstedt.

 In den vergangenen Tagen hätten Randalierer gewütet. Die Volleyballnetze seien zerschnitten, Fahrradständer demoliert und Scheiben zerschlagen worden. „Wenn sich dort unterschiedliche Gruppen treffen, passen die gegenseitig auf sich auf“, so Markstedt. Und zu Pfingsten soll das Wapelbad dann offiziell eröffnen. 

Vorbereitungen im Parkbad laufen auch Hochtouren

„Wir werden öffenen, sagt  Franz-Josef Füchtenschnieder. „Aber wie das aussehen wird, weiß ich noch nicht.“  Im Parkbad laufen die Saison-Vorbereitungen wie immer. „Wir haben 18.000 Quadratmeter, die in Schuss gehalten werden müssen“, sagt Franz-Josef Füchtenschnieder. Die Hecken sind geschnitten, die Bänke geschrubbt und auf ihre Standfestigkeit geprüft. Gestern stand er mit zwei Helfern im Becken und befreite die Böden mit Hochdruckreinigern vom Grünspan.

Er hat schon ein Hygienekonzept erarbeitet, das noch vom Fachbereich Ordnung genehmigt werden muss. „Der Zugang soll durch die Halle führen. Dort können sich die Besucher auch registrieren“, erläutert Füchtenschnieder. Der Ausgang führe wie gewohnt durch das Seitentor. Beim Gang zu den Toiletten und zum Kiosk besteht Maskenpflicht, an den Tischen nicht. „Sie stehen mehr als zwei Meter auseinander“, betont Füchtenschnieder. Etwa die Hälfte der rund 300 Plätze soll reserviert werden können. Die andere Hälfte wird frei vergeben.

 „Wir wollen zu Pfingsten starten“, erklärt der Parkbad-Betreiber. Erst nur mit Getränken und kleinen Speisen vom Kiosk, ab 15 Uhr, nicht wie sonst bereits ab 10 Uhr. „Nach und nach werden wir sehen, ob wir das Angebot erweitern“, sagt Füchtenschnieder und fügt ganz leise hinzu: „Vielleicht ist in sechs Wochen die Corona-Krise ja auch vorbei.“

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