Sonnen-Apotheke schließt für immer
Bild: Reinhardt
Die Sonnen-Apotheke hat am Mittwoch ihren letzten Öffnungstag.
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Apotheker Günter Ostmeier bezeichnet dieses Datum in einer E-Mail, die er am Samstag an „Die Glocke“ schickte, als „schwarzen Tag für Blankenhagen“. Er spricht von einer „schmerzlichen Entscheidung“.

Seit 1980 hätten am Langerts Weg die Hausarztpraxis von Dr. Peter Beck und die Apotheke die Basisversorgung im Stadtteil sichergestellt. 2005 musste die Praxis aufgegeben werden, weil sich kein Nachfolger fand. Vor diesem Problem habe auch die Apotheke 2011 gestanden, als Günter Ostmeier in den Ruhestand ging. Es fand sich aber eine Lösung: Apothekerin Sonja Holtermann übernahm als Pächterin das Geschäft. „Die Apotheke konnte sich auch ohne Arztpraxis durch intensiven Kundenkontakt und persönliche beratende Zuwendung bis heute behaupten“, so Ostmeier.

Für das jetzige Aus sieht Ostmeier verschiedene Gründe: Zum einen nennt er die Ärztezentren an den Krankenhäusern der Stadt. „Das ist ein politisch gewollter Trend zu immer größeren Versorgungseinheiten, die man für wirtschaftlicher hält, die aber das Angebot in den Stadtteilen und in der Fläche zunehmend unrentabel werden lässt“, kritisiert er. „Ferner reißen Rabattschlachten und Versandhandel Lücken in die innerstädtische Versorgungsdichte, was zu Lasten der individuellen Patientenbetreuung geht.“ Nachdem 2015 die Gründung einer neuen Hausarztpraxis in Blankenhagen wohl endgültig gescheitert sei, seien die Inhaber der Apotheke zu dem Schluss gekommen, sie wegen fehlender Perspektiven zu schließen.

Apothekerin Sonja Holtermann übernimmt die Filialleitung der künftigen Sundern-Apotheke an der Carl-Bertelsmann-Straße 69. Dort wird sie von Michaela Schramm, die schon bei der Gründung in Blankenhagen dabei war, Christoph Klassen und weiteren Fachkräften unterstützt.

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