Sonntagsöffnung ohne Klage von Verdi
Bild: Scheffler
So voll wie an keinem Werktag: Der jüngste verkaufsoffene Sonntag am 30. September lockte zahlreiche Besucher in die Innenstadt.
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Gewerkschaftssekretärin Ursula Jacob-Reisinger erklärte auf Nachfrage der „Glocke“ im laufenden Jahr seien keine weiteren Klagen gegen die Sonntagsöffnungen in Gütersloh geplant. Der letzte Eilantrag von Verdi gegen die Sonntagsöffnung im September war – wie berichtet – vom Verwaltungsgericht Minden zurückgewiesen worden.

Verwaltung soll konsequenter kontrollieren

„Aber wir fordern die Verwaltung auf, konsequent gegen die Betriebe vorzugehen, die sich nicht an die Grenzen in den ordnungsbehördlichen Verordnungen halten“, betonte Jacob-Reisinger.

Beim verkaufsoffenen Sonntag am 30. September hatte sich zumindest der Discounter Netto nicht an die räumliche Eingrenzung für Geschäfte gehalten, die laut Verordnung der Stadt an vier ausgewählten Sonntagen öffnen dürfen. Der Netto-Standort an der Carl-Bertelsmann-Straße gehört nicht dazu. Der Discounter öffnete trotzdem und warb sogar vorab mit Sonderaktionen. Die Stadt leitete ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

 Eingrenzung nicht nachvollziehbar

Weitere Geschäftsleute, die sich nach der Verordnung nicht mehr an den Verkaufssonntagen beteiligen dürfen, hatten sich – zähneknirschend – an die Regelung gehalten. In den vergangenen Jahren, als noch im gesamten Stadtgebiet geöffnet werden durfte, hatten die Händler an Sonntagen hohe Umsätze verzeichnet.

Marc Aurel hatte die Kunden für den 30. September zu einem Schautag ohne Verkauf in den Store an der Dammstraße eingeladen. „Dieses Mal wird unser Geschäft aber geschlossen bleiben“, erklärte Elke Grothues, Marketing-Chefin des Modeunternehmens. Für den Kunden sei es nicht nachvollziehbar, warum die Einzelhändler, die sich in den vergangenen Jahren an den Sonntagsaktionen beteiligt hätten, jetzt nicht mehr dabei seien, betonte sie.

Kunden werden informiert

Aber die gesetzliche Regelung schränke den Bereich für die teilnehmenden Geschäfte eben sehr eng ein. Und einem Kunden bei einem Schautag zu erklären, er dürfe die ausgesuchte Ware nicht gleich mit nach Hause nehmen, hinterlasse auch kein positives Bild, begründet Grothues. Darum hat sich Marc Aurel entschlossen, das Geschäft an der Dammstraße am 4. November geschlossen zu lassen. Alle Kunden würden mit einer E-Mail über diese Entscheidung informiert.

Thomas Habig, Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung, geht mit Blick auf den kommenden Sonntag davon aus, dass sich alle Betriebe an die Vorgaben halten. Sollte es wie beim letzten Mal Hinweise darauf geben, dass jemand die Regelung missachte, werde das Ordnungsamt noch einmal auf die Vorschriften hinweisen.

Verdi will 2019 Anlässe prüfen

Ursula Jacob-Reisinger von Verdi kündigte indes für 2019 weitere Prüfungen der ordnungsrechtlichen Verordnung der Stadt Gütersloh an. In diesem Jahr habe man sich auf die räumliche Ausdehnung konzentriert, erläuterte sie. Kritikpunkt von Verdi war vor allem, dass auch das Möbelhaus Porta und der Media Markt an Sonntagen öffnen dürfen.

Jetzt wolle sich Verdi darauf konzentrieren, ob die Anlässe für die verkaufsoffenen Sonntage den Vorgaben im Ladenöffnungsgesetz entsprächen. Danach dürfen Geschäfte an Sonntagen öffnen, wenn örtliche Feste oder Märkte veranstaltet werden und die Ladenlokale in räumlicher Nähe liegen. Auch zum Erhalt, zur Stärkung und zur Entwicklung des örtlichen Einzelhandels darf ausnahmsweise an Sonntagen geöffnet werden.

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