Sozialarbeit an Grundschulen wird ausgeweitet
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Schulsozialarbeit soll schon an den Grundschulen einsetzen und die Chancengleichheit fördern.
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Nicht grundsätzlich, sondern in der Regel soll jede Grundschule bis Ende 2020 mit einer vollen Stelle für einen Sozialarbeiter ausgestattet werden. Es kann also auch weniger als eine Stelle sein. Den Umfang des Bedarfs müssen die Schulen „anhand schulspezifischer Daten“ darlegen. Außerdem sollen Leistungsvereinbarungen geprüft werden. Zur Finanzierung sollen – wenn verfügbar – bevorzugt Bundes- oder Landesmittel eingesetzt werden.

9 von 14 stimmberechtigten Ausschussmitgliedern konnten sich dieser Spachregelung anschließen, 5 enthielten sich, darunter die CDU. Mit der Abstimmung hatten sich die Anträge einzelner Grundschulen sowie der Sprecherinnen aller Grundschulleitungen mit dem Ziel von zunächst einer halben und perspektivisch einer ganzen Stelle für jede der 17 Einrichtungen erübrigt. An neun Grundschulen gibt es bereits Schulsozialarbeit im Umfang einer halben Stelle, acht haben noch keine.

Dezernent Joachim Martensmeier hatte zuvor für eine standortscharfe Bedarfsbestimmung plädiert, denn der sei durchaus unterschiedlich. Außerdem sollten Bundes- und Landesmittel eingesetzt werden, sofern sie fließen. Die zusätzlichen Kosten lägen zwischen 260 000 Euro bei einer halben Stelle je Schule und 700 000 Euro bei einer ganzen.

„Es wird uns ad hoc Geld kosten, sagte Volker Richter (SPD). Seine Fraktion sei bereit, bis zu 700 000 Euro auszugeben. Richter: „Wir werden am Ende des Tages auch Geld sparen aufgrund der nicht anfallenden Hilfen zur Erziehung.“ Den präventiven Charakter betonte auch Nobby Morkes (BfGT): „Wir sollten das Geld in die Hand nehmen.“

Schulsozialarbeit sei wichtig, sagte Nils Wittenbrink (CDU). Aber: „Eine Stelle pro Schule geht uns zu weit. Bis zu eine halbe Stelle ist für uns kein Problem.“ Der Bedarf müsse jeweils ermittelt werden. Auch Gitte Trostmann (Bündnis 90/Die Grünen) wollte „nicht pauschal mit der Gießkanne auskippen“ und brachte eine Befristung ins Spiel.

Einstimmig wurde auch das von der Verwaltung erarbeitete Rahmenkonzept Sozialarbeit verabschiedet. Danach handelt es sich um eine Maßnahme der Jugendhilfe. Sozialarbeiter dürfen nicht zu Unterrichtszwecken oder als Ersatz für Sonderpädagogen eingesetzt werden.

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