„Spektakel interessiert mich nicht“
Nils Wogram, Posaunist, Komponist und Produzent, ist an diesem Donnerstag mit seinem Trio Nostalgia im Theater Gütersloh. Karten gibt es noch an der Abendkasse.

Einen Namen hat er sich nicht nur als Solist gemacht, sondern auch als auch Bandleader, Komponist und Produzent. Wie vielseitig Wogram auf der Bühne ist, wird er am Donnerstag, 16. Februar,  ab 20 Uhr im Theater Gütersloh offenbaren. Dort stellt er mit seinem Trio Nostalgia Titel des Albums „Sturm und Drang“ vor. „Die Glocke“ hatte vorab Gelegenheit zu einem Interview.

„Die Glocke“: Herr Wogram, auf welche Art von Musik dürfen sich die Fans freuen?

Wogram: Auf Klänge von großer Dynamik mit groovigen, manchmal auch rockigen Elementen. Es gibt sphärische Klangflächen, in die man abtauchen möchte, fließende Übergänge zwischen den unterschiedlichsten Stilen, die vom Swing ebenso inspiriert sind wie vom Indie-Rock. Es gibt viel Raum für Spots und Improvisationen, auch wenn alles einer genau überlegten Dramaturgie folgt.

„Die Glocke“: Die Sie festlegen?

Wogram: Ja, als Komponist ist mir das wichtig. Da bin ich der deutschen Tradition verhaftet, deren Jazzer eher konzertant denn clubmäßig aufspielen.

„Die Glocke“: Sie arbeiten seit mehreren Jahren mit verschiedenen Ensembles zusammen, legen Wert auf Kontinuität. Widerspricht das nicht dem Jazz?

Wogram: Die Bands, mit denen ich arbeite, haben alle einen unterschiedlichen Klang bis hin zum Big-Band-Sound. Jeder von ihnen konzeptionell und auch kompositorisch gerecht zu werden, ist eine Herausforderung, die ich wirklich genieße. Und was die langjährige Zusammenarbeit betrifft, so glaube ich, dass man erst dann richtig gut ist, wenn man eingespielt ist und sich aus diesem Wissen heraus gemeinsam weiterentwickelt.

„Die Glocke“: Das passt aber gar nicht zu den auf Festivals gern zelebrierten, kurzlebigen Jazz-Projekten.

Wogram: Die mag ich auch nicht. Da geht’s nur um Eitelkeiten. Die großen Veranstalter glauben, mit exklusiv für ihre Bühne zusammengewürfelten Musikern noch mehr Publikum anziehen zu können. Deshalb gibt es ja die All-Stars-Besetzungen. Das Publikum mag diese Spektakel mögen. Mich interessiert das nicht. Mir mangelt es da an Tiefe.

Die Fortsetzung des Interviews sowie Biografisches über Nils Wogram und sein Trio Nostalgia lesen Sie in der „Glocke“ von Mittwoch, 15. Februar!

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