Sportvereine kritisieren die Stadt
Bild: Steinecke
Kritisieren die Stadtverwaltung: (v. l.) Hubert Brummel (Vorsitzender TuS Friedrichsdorf), Rudolf Bolte (Beisitzer Stadtsportverband), Klaus Bünemann (TuS Friedrichsdorf), Gabi Neumann (Vorsitzende Stadtsportverband), Dariusz Jakubowski (zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer SSV) und Hubert Kötter (Vorsitzender SV Spexard).
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„Es gibt inzwischen einen richtigen Substanzverlust“, klagt Dariusz Jakubowski, zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer des SSV. Betroffen sind vor allem der SV Spexard und der TuS Friedrichsdorf, dessen Hallen seit fünf Monaten belegt sind. Jeder der Vereine verzeichnet nach eigenen Angaben einen Schwund von an die 150 Mitgliedern, was ein Minus von 15 000 Euro bedeute. Zudem ist zu hören, dass Übungsleiter die Vereine verließen.

Und das werfen die Vereine, vertreten durch die Vorsitzenden Hubert Brummel (TuS) und Hubert Kötter (SVS), sowie der SSV der Stadt vor: Die Stadt gehe den Weg des geringsten Widerstands und trage die Flüchtlingssituation auf dem Rücken der Vereine aus. Auf der anderen Seite würden die Vereine aber von der Stadt ermuntert, Flüchtlinge durch den Sport zu integrieren. Es würden gar keine Alternativen für die Unterbringung in Betracht gezogen.

Hubert Kötter nannte das leerstehende Postgebäude oder auch leere Lagerhallen von Unternehmen. „Die Stadt hat in der Sache gepennt“, sagt Kötter. „Die Stadt betreibt eine Salami-Taktik und teilt nicht umfänglich mit, welche Maßnahmen noch getroffen werden“, erklärt Kötter weiter. Die Stadt teile von Freitag auf Montag mit, dass eine Halle nicht mehr genutzt werden könne. In Spexard und Friedrichsdorf seien für die Vereine vollendete Tatsachen geschaffen worden.

Zuletzt sei davon ausgegangen worden, dass die Spexarder Halle im ersten Quartal 2016 wieder frei werde und Friedrichsdorf noch das nächste dreiviertel Jahr geschlossen sei. Die Stadt äußere sich aber nur zurückhaltend. Inzwischen gehen die Vereine von zwei bis drei Jahren Nutzung aus. „Die Stadt muss eine klare Aussage treffen“, sagt Brummel.

Nach Abzug der Flüchtlinge müssten die Hallen renoviert werden. Wer das bezahle, sei unklar: Kötter: „Ich will in der Sache Geld sehen und keine leeren Versprechungen.“ Die Vereine möchten im Vorfeld beteiligt werden. Nur so können benötigte Geräte rechtzeitig aus den Hallen geholt werden, erklärten sie. „Die Grenze ist jetzt erreicht“, sagt SSV-Vorsitzende Gabi Neumann, die juristische Wege aber ausschließt. „Schluss mit der Hallenschließung“, sagt Brummel, der darauf hinweist, dass so Reibereien vorprogrammiert seien.

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