Stadt muss noch mehr Unterkünfte finden
Bild: Dünhölter
Am Spiekergarten in Blankenhagen stehen ehemals von Briten genutzte Wohnungen leer.
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„Auf der Basis der aktuellen Prognose des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) brauchen wir vermutlich noch weitere zirka 220 Plätze“, erklärte Stadtsprecherin Susanne Zimmermann auf Anfrage der „Glocke“. Aktuell stünden 335 zur Verfügung.

Die Sprecherin bestätigte, dass die Verwaltung beispielsweise prüft, ob sie von den Briten freigezogene Wohnungen etwa in Blankenhagen am Spiekergarten nutzen kann. An anderer Stelle war die Stadt auch interessiert, aber letztlich nicht zum Zuge gekommen.

Derzeit sind nach ihren Angaben 214 Asylbewerber in städtischen Unterkünften und 87 in eigenen oder angemieteten Wohnungen untergebracht. Andere wohnen privat. Insgesamt leben zurzeit 560 Flüchtlinge in der Kreisstadt. „Unser Anspruch ist eine dezentrale Unterbringung“, so die Sprecherin.

Ab wann das Hotel am Rathaus an der Friedrich-Ebert-Straße genutzt werden könne, lasse sich noch nicht genau sagen. Abschließende Vertragsregelungen stünden noch aus. Dort sollen bis zu 20 Flüchtlinge eine Bleibe finden. Die Räume werden von der Kommune angemietet.

Das Schwesternwohnheim beim Seniorenheim Dr. Murken an der Neuenkirchener Straße soll bis zu 45 Flüchtlinge aufnehmen. Zimmermann: „Wir gehen davon aus, dass die ersten Bewohner an Anfang September einziehen werden.“ Bis dahin wird das Wohnheim, das ebenfalls von einem privaten Eigentümer angemietet worden ist, hergerichtet.

Flüchtlinge bleiben in der Regel nur vorübergehend in den Unterkünften. „Sobald eine Anerkennung vorliegt, besteht die Berechtigung zur Anmietung einer Wohnung auf dem Wohnungsmarkt. Ein Verbleib in den städtischen Unterkünften erfolgt in der Regel nur so lange, bis eine Wohnung gefunden ist“, erläuterte Zimmermann.

Laut Sprecherin gelten aktuell noch die Prognosezahlen des Bundesamts vom Mai, wonach in diesem Jahr bundesweit 450 000 Flüchtlinge erwartet werden. Zimmermann: „Derzeit liegen wir noch ein wenig unterhalb der Prognose, allerdings rechnen wir damit, dass – wie in den vergangenen Jahren – auch, die zweite Jahreshälfte verstärkten Zuzug im Vergleich zum ersten Halbjahr bringt.“

Am Dienstag hat die Stadt laut Wolfgang Lakämper, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Soziale Hilfen, zwölf Zuweisungen bekommen. Schon morgen, Donnerstag, werden die Flüchtlinge erwartet.

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