Stadt nimmt Breitband in den Blick
Bild: Dinkels
Wollen aufklären und suchen den Dialog: (v. l.) Thorsten Schmidthuis, Leiter der Abteilung Geodatenmanagement, Stadtbaurat Henning Schulz, Claudia Koch, Leiterin des Fachbereichs Bauordnung und Vermessung, sowie Bürgermeisterin Maria Unger.
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Der Atlas ist Bestandteil eines neuen Breitbandportals, mit dem die Stadtverwaltung über die aktuelle Lage und die Rahmenbedingungen für schnelles Internet in Gütersloh aufklären will. Außerdem will sie im Dialog mit der Bürgerschaft eine Strategie für die kommenden Jahre entwickeln – soweit es überhaupt in ihrer Zuständigkeit liegt.

Der Breitbandausbau sei keine kommunale Aufgabe, sondern werde wettbewerbsrechtlich geregelt, sagte Stadtbaurat Henning Schulz am Dienstag bei der Vorstellung des Portals. Im Rathaus wurde dazu eine Koordinierungsstelle gegründet, der außer Schulz Claudia Koch, Leiterin des Fachbereichs Bauordnung und Vermessung, sowie Thorsten Schmidthuis, Leiter der Abteilung Geodatenmanagement, angehören.

„Ein schnelles Internet ist ein entscheidender Faktor für den Wirtschaftsstandort Gütersloh und die gesamte Stadtentwicklung“, sagte Bürgermeisterin Maria Unger (SPD). Voraussetzung für jede Strategieentscheidung in diesem komplexen und intensiv beworbenen Geschäftsfeld seien umfassende Information und größtmögliche Markttransparenz.

Die Stadt macht mit einem Breitbandatlas den Anfang. Er zeigt die Versorgungsqualität auf den Straßenmaßstab heruntergebrochen für alle 25 000 Hauskoordinaten in Gütersloh. Das mit Bordmitteln der Verwaltung geschaffene Angebot ist nach eigenen Angaben NRW-weit einzigartig. Der Atlas spiegelt die aktuelle Situation wider und wirft einen Blick voraus, wie es in einem Jahr aussehen wird, wenn die Telekom ihren Ausbau abgeschlossen haben wird.

Fazit: Der Atlas „zeigt, dass Gütersloh mit der Infrastruktur von drei Netzbetreibern im Vergleich zu anderen Städten bereits über eine gute Infrastruktur und einen guten Versorgungsstand verfügt“, sagte Schulz. Durch die kleinräumige Darstellung werde auch deutlich, wo noch Handlungsbedarf bestehe.

Am Dienstag, 19. Mai, soll ab 19.30 Uhr in der Stadthalle eine Bürgerinformation samt Podiumsdiskussion stattfinden. Verschiedenen Anbietern und Netzbetreibern soll die Gelegenheit gegeben werden, über ihre Angebote zu informieren. Bei der Diskussion sollen auch kontroverse Standpunkte erörtert werden.

„Wir möchten Informationen aus erster Hand liefern, damit sich auch Nichtfachleute eine objektive Meinung bilden können“, so Schulz. Die im Dialog mit den Bürgern entwickelte Strategie soll in einen noch nicht näher umrissenen politischen Beschluss münden. Die Initiative „Demokratie wagen“ unter Beteiligung der parteilosen Bürgermeisterkandidatin Dr. Anke Knopp hatte immer wieder ein Gesamtkonzept eingefordert und davor gewarnt, der Telekom allein das Feld zu überlassen.

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