Stadt prüft Neubau der Rettungswache
An der Verler Straße liegt ein möglicher Standort für eine neue Feuer- und Rettungswache. Das Gelände war schon einmal für einen SB-Markt im Gespräch. Den ließ die Stadt damals nicht zu.  Bild: Dinkels

Die private Fläche an der Verler Straße steht dabei ganz oben auf der Liste möglicher Alternativen. Das hat einen einfachen Grund: Mit gut 9000 Quadratmetern gibt es außer dem Marktplatz an der Friedrich-Ebert-Straße kaum eine andere Freifläche, die groß genug, zentral gelegen und verkehrstechnisch so gut angebunden ist. Alle Punkte sind entscheidend für den Rettungsdienst und die Feuerwehr.

Denn will sie den Großteil ihrer Einsatzorte binnen acht Minuten erreichen, wie es die Schutzziele vorgeben, dann ist die Lage entscheidend. Infrage kommen deshalb wohl nur Flächen innerhalb des Rings. Und der Güterbahnhof scheidet dem Vernehmen nach aus, weil er mit seinem länglichen Zuschnitt nicht die räumlichen Voraussetzungen mitbringt.

Der Fachbereich Immobilienservice prüft derzeit verschiedene Standorte, wie dessen Leiter Rainer Venhaus auf Anfrage bestätigte. Das Dortmunder Büro Assmann arbeitet an einem Raumkonzept, mit dem sich in Kürze auch die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung beschäftigen soll. Die Dortmunder hatten im vergangenen November mit einer Machbarkeitsstudie die Handlungsoptionen aufgezeigt.

Die Varianten reichen von Umbau und Modernisierung an der Friedrich-Ebert-Straße über Teilauslagerung wahlweise der Feuer- und Rettungswache mit der Berufsfeuerwehr oder des Löschzugs Gütersloh bis hin zu einer kompletten Standortverlagerung. Alle Varianten sind mit Investitionskosten von annähernd 20 Millionen Euro verbunden. Vor diesem Hintergrund geht die Tendenz – so ist zu hören – hin zu einem Neubau der Feuer- und Rettungswache. Der Löschzug Gütersloh könnte – womöglich auf reduzierter Fläche – am alten Standort bleiben.

Am kommenden Freitag beschließt der Stadtrat mit dem Haushalt schon über die Bereitstellung von 600 000 Euro unter anderen für Planungszwecke im laufenden Jahr. Das Investitionsprogramm sieht für 2013 eine halbe Million und für die folgenden Jahre jeweils bis zu vier Millionen Euro an Investitionskosten vor. Damit würde die Feuerwehr deutlich mehr kosten als die Stadthalle mit einem Sanierungsbedarf von knapp elf Millionen Euro.

Mängelliste

In einem Mängelbericht hat die Verwaltung im vergangenen Jahr den Handlungsbedarf für die Feuer- und Rettungswache aufgezeigt. Einige Punkte: Die Halle von 1936 ist für moderne Fahrzeuge nicht geeignet. Der Boden bildet seit Jahren Risse und muss im Keller abgestützt werden. Es mangelt an Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge und für die privaten Autos. Bei einer Brandschau wurden zahlreiche Mängel festgestellt. Die Elektroinstallation ist sanierungsbedürftig. Separate Desinfektionsbereiche für die Rettungsfahrzeuge fehlen. Der Platz reicht insgesamt nicht für heutige Anforderungen. Es besteht ein Reparaturstau. Die Gebäude sind nicht gedämmt, energetisch also nicht auf den Stand der Technik.

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