Stadt verwehrt islamischem Prediger Auftritt
Abdel Hadime Kamouss ist Imam in der Berliner Al-Nur-Moschee. Er wollte beim Jugend-Fußballturnier des Islamischen Zentrums Gütersloh sprechen.

Den Verantwortlichen der Gütersloher Verwaltung wurde geraten, Abdel Hadime Kamouss kein städtisches Gebäude für einen Auftritt zur Verfügung zu stellen. „Die Ansichten des Imams sind mit unserer freiheitlich demokratischer Grundordnung nicht vereinbar“, erklärte Ulrich Buchalla vom Staatsschutz Bielefeld. Kamouss sei aus Sicht des Staatsschutzes ein Schwergewicht in der Salafistenszene. „Das ist ein Hardliner“, sagte Buchalla. Kamouss sei erst im vergangenen Jahr wieder auffällig geworden und stehe auch unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Kamouss reise durch die ganze Bundesrepublik, um seine Ansichten zu verbreiten. In Ostwestfalen sei er zwar noch nicht aufgefallen, der Staatsschutz Bielefeld habe sich aber über seine Kontakte über den Hintergrund des Mannes informiert.

Keine weltanschauliche Veranstaltung in städtischer Sporthalle

Die Stadt hatte die bereits erteilte Genehmigung für das Fußballturnier am Dienstag mit Hinweis auf die „Benutzungsordnung für die außerschulische Benutzung von Turn- und Sporthallen und von Schulräumen der Stadt Gütersloh“ mit sofortiger Wirkung zurückgenommen. Die Nutzung der Halle sei explizit für ein Fußballturnier beantragt und allein für diesen Zweck auch genehmigt worden, heißt es in der Begründung. Entgegen Antrag und Genehmigung sei der Internetseite des Islamischen Zentrums Gütersloh aber zu entnehmen, dass auch ein Büchertisch mit islamischer Literatur sowie ein Vortrag geplant sei. „Politisch, weltanschauliche geprägte Veranstaltungen dürfen in Schulen nicht durchgeführt werden“, erklärte Joachim Martensmeier, Geschäftsbereichsleiter Bildung, Jugend, Familie und Soziales auf Nachfrage der „Glocke“. Die Verwaltung habe sich beim Staatsschutz über Abdel Hadime Kamouss erkundigt und dort den Rat bekommen, die Genehmigung zurückzuziehen. „Deshalb konnte ich nicht anders handeln“, betonte Martensmeier und fügte hinzu: „Ich finde es bedauerlich, weil wir gut mit dem Islamischen Zentrum zusammenarbeiten.“

Vorstand des Islamischen Zentrums berät

Eine Sprecherin des Zentrums erklärte, dass die Organisatoren über die Absage erstaunt seien. „Es sollte ein Familienfest werden und wir haben viel Arbeit investiert.“ Der Vorstand des Islamischen Zentrums wolle über das weitere Vorgehen beraten.

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