Stadt will Fahrgastunterstände kaufen
Bild: Dinkels
Übergangsweise bis die neuen Unterstände geliefert werden sollen im nächsten Jahr an stark frequentierten Haltestellen wie hier an der Strengerstraße Holzunterstände aufgestellt werden. Sie kosten je 1800 Euro.
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Das sei auch wirtschaftlich für die Stadt die beste Lösung, versicherte Schulz am Donnerstag mit den Fachbereichsleitern Alfons Buske (Tiefbau) und Dr. Michael Zirbel (Stadtplanung) vor der Presse. Bei den Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro setzt er auf einen 90-Prozent-Zuschuss vom Nahverkehr Westfalen-Lippe. Einnahmen will er aus Werbekonzessionen generieren.

Der Vertrag mit der Firma JC Decaux, die seit 1991 für die Unterstände verantwortlich zeichnete, läuft Ende des Jahres aus. Ihr gehören die Unterstände und 75 Stadtinformationsanlagen. Schon 2013 wurde die Vergabe europaweit ausgeschrieben. „Es gibt keinen Anbieter, der die Investition über Werbung finanziert bekommt“, sagte Schulz.

Wie der Vorlage für den Planungsausschuss (16. Dezember, 17 Uhr) zu entnehmen ist, haben auch Nachverhandlungen mit dem bisherigen Partner zu keinem Ergebnis geführt. Eine „für beide Seiten wirtschaftliche Lösung“ sei nicht darstellbar gewesen, heißt es dort. Folge: JC Decaux will die Unterstände nun schon im Januar abbauen, womit die Stadt unter Zeitdruck gerät, denn – wie der Stadtbaurat versichert: „Wir möchten Sie nicht im Regen stehen lassen.“ Erst der Planungsausschuss und dann der Rat (19. Dezember) sollen die Verwaltung ermächtigen, die Lieferung neuer Unterstände auszuschreiben und die Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro im Haushalt zu veranschlagen, wobei auf der Einnahmeseite mit einer Förderung von 1,62 Millionen gerechnet wird.

Laut Schulz überstiegen die Einnahmen, welche die Stadt aus der Vergabe von Werbeflächen gewinnen könnte, die Gelder, die sonst ein Partner zu zahlen hätte. Allerdings darf Werbung nicht mehr direkt an den geförderten Unterständen platziert werden, sondern nur noch getrennt etwa in Stadtinformationsanlagen.

Die Unterstände sollen im Februar ausgeschrieben werden, damit im März der Auftrag vergeben werden kann. Mit der Aufstellung sei im Spätsommer/Herbst zu rechnen. Als Vorteil eigener Anlagen kehrt Schulz heraus, dass man die Standorte selbst bestimmen und barrierefrei anlegen könne.

Damit die Busnutzer nicht im Regen stehen, hat die Verwaltung eine Übergangslösung erarbeitet. So sollen kurzfristig 30 hölzerne Unterstände für stark frequentierte Haltestellen angeschafft werden. Sie bestehen aus sechs Zentimeter dicken Sperrholzplatten, werden aus vier Elementen zusammengesteckt und verschraubt und kosten je 1800 Euro. Mietobjekte seien nur begrenzt verfügbar, sagte Schulz. Die Holzhütten könnten später anderswo verwendet werden. Angesichts der langfristigen wirtschaftlichen Vorteile seien die Kosten dieser Übergangslösung vertretbar.

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