Stadtbaurat will Wurzeln schlagen
Bild: Dinkels
Henning Schulz ist die neue Führungskraft im Rathaus. Der 40-Jährige leitet den Geschäftsbereich Bau und Verkehr. Gewählt ist er als Beigeordneter für acht Jahre.
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Seit zweieinhalb Wochen ist Stadtbaurat Henning Schulz (40) Chef des Geschäftsbereichs Bau und Verkehr im Rathaus. „Die Schlagzahl in der Verwaltung ist hoch“, hat der Neuling schon feststellen dürfen, und dass die Mitarbeiter überaus „motiviert und engagiert“ seien. Mit inhaltlichen Aussagen hält sich der gelernte Maurer und studierte Architekt naturgemäß zurück, will sich erst einarbeiten und besser auskennen.

An einem lässt er jedoch keinen Zweifel: „Wir kommen hierher, um hier Wurzeln zu schlagen.“ Mit Beginn der Sommerferien wolle die Familie ihr neues Domizil in der Gütersloher Innenstadt beziehen. Noch leben Frau und Kinder in Peine. Schulz übernachtet werktags bei seinen Eltern in Brockhagen. Gütersloh sei eine attraktive Mittelstadt mit einem herausragenden Kulturprogramm, wo viele Dinge aus Sicht eines Städtebauers noch am rechten Fleck seien. Als Beispiel nennt er 40-Jährige die innerstädtischen Schulen. Die Schüler brächten Leben in die Stadt.

Aus seiner Jugend kennt Schulz noch das Nordbad und die Weberei. Dorthin – auf eine Ü-40-Party – kehrte er unlängst mit seiner Frau zurück, als sie in der Stadt eine Wohnung suchten. Beide tanzen gern. Mit Gütersloh als Lebensmittelpunkt könne er sich identifizieren, sagte Schulz.

Im Rathaus sieht der Stadtbaurat sich auch als Vermittler. „Meine Rolle ist es, der Politik aus fachlicher Sicht zu erklären, was wir vorschlagen und warum wir das tun.“ Die Verwaltung nehme dabei immer eine gesamtstädtische Perspektive ein. Aber es sei ja auch ohnehin nicht so, als stünden Politik und Verwaltung ständig im Widerspruch.

Bei der Umnutzung der Kasernen hält Schulz es nach eigenen Worten für wichtig, beide Standorte im Auge zubehalten, auch wenn die Nachrichtenkaserne an der Verler Straße erst zwei Jahre später zur Verfügung stehe. An der Marienfelder Straße sei es sicher richtig, dort Gewerbeflächen anzustreben. „Das ist ein Thema, das wir mit unseren Partnerkommunen angehen“, sagte Schulz. Aus heutiger rechtlicher Sicht habe Gütersloh dabei die Planungshoheit. Er, so der neue Stadtbaurat, würde sich einen überparteilichen Konsens wünschen in der Frage: „Was will die Stadt Gütersloh dort eigentlich?“

Zur Person

Henning Schulz wurde am 16. Oktober 1972 in Bielefeld geboren. Er wuchs in Brockhagen auf und besuchte in Halle die Schule. Dort machte er sein Abitur und eine Maurerlehre, bevor er in Hannover und London Architektur studierte. Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren das Berliner Architektenbüro Léon Wohlhage Wernik und von 2003 bis 2005 ein Hochbaureferendariat mit Ausbildungsstationen in Brüssel, Köln und Münster im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Berlin. Dort managte er verschiedene Projekte. Von dieser Behörde ging Schulz 2008 als Leiter des Hochbauamts nach Peine, wo er zugleich Stellvertreter des Stadtbaurats war.

In Gütersloh wurde Schulz einstimmig für acht Jahre zum Nachfolger des bisherigen Stadtbaurats Josef E. Löhr (65) gewählt, der Ende April in den Ruhestand getreten ist. Am 2. Mai hat Schulz sein neues Amt angetreten. Zu seinem Geschäftsbereich Bau und Verkehr gehören die Fachbereiche Immobilienmanagement und Wirtschaftsförderung, Tiefbau, Stadtplanung sowie Bauordnung und Vermessung. Das sind fast 150 Mitarbeiter (ohne Reinigungskräfte). Mit fast 18 Millionen Euro (2013) verantwortet sein Geschäftsbereich auch das Gros der städtischen Investitionen. Schulz ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von vier und sieben Jahren.

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