Standorte für Windkraftanlagen sind rar
Bild: Archiv
Die Stadtverwaltung will den Bau weiterer Windkraftanlagen auf Gütersloher Gebiet unterstützen und lässt mögliche Standorte neu bewerten.
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Das Potenzial an Flächen ist in Gütersloh nach zwei aktuellen Studien überaus begrenzt. Die eine hat der Kreis im Sommer vorgestellt (die „Glocke“ berichtete). Die zweite, landesweite Studie stammt vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) NRW.

Beide Untersuchungen hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, einzelne Flächen noch einmal überprüfen zu lassen. Eine artenschutzrechtliche Vorprüfung wurde laut einer Vorlage für den Umweltausschuss am Montag nächster Woche (17 Uhr, Ratssaal) schon in Auftrag gegeben. Ziel ist es laut Umweltdezernentin Christine Lang, „genehmigungsfähige Bauvorhaben zu ermöglichen und damit die Windenergienutzung im Stadtgebiet soweit möglich zu unterstützen“.

Allerdings kommt die landesweite Studie zum ernüchternden Ergebnis: „Die Stadt Gütersloh liegt hinsichtlich der potenziell installierbaren Leistung in der Klasse mit der niedrigsten Ausprägung (bis 20 Megawatt). Auch im Vergleich mit den Nachbarkommunen nimmt sie eine hintere Position ein.“ Das Potenzial sei daher im landes- und im regionalen Vergleich als gering einzustufen, heißt es in der Vorlage.

Ein Grund ist die starke Zersiedelung in den Außenbereichen, die Einzelstandorte, aber keine zusammenhängenden Windparks zulässt. Ein anderer sind Unwägbarkeiten in Verbindung mit dem Militärflugplatz an der Marienfelder Straße. Solange er als solcher gewidmet ist, sind Windkraftanlagen im Umfeld tabu.

Sollte die erneute Prüfung von Flächen in Gütersloh potenzielle Standorte ergeben, dann kommen womöglich auch die Stadtwerke einen Schritt weiter. Zusammen mit der Volksbank haben sie die Energiegenossenschaft Grün-Energie initiiert. Die hat sich bislang nur an zwei Anlagen in Harsewinkel beteiligt. Die SWG werden zudem mit den Stadtwerken Bielefeld, Ahlen und Herford Gesellschafter des Projektentwicklers Windenergie Westfalen. Die Stadtwerke Bielefeld haben übrigens 2009 schon zwei Windkrafträder jenseits ihrer Stadtgrenze in Betrieb genommen – auf Gütersloher Gebiet.

Hintergrund

Im Flächennutzungsplan (FNP) ist für das Stadtgebiet eine Vorrangfläche am Dürerweg ausgewiesen. Dort stehen zwei Windkraftanlagen. Insgesamt sind in Gütersloh bisher acht Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von rund zehn Megawatt errichtet worden, unter anderem auch in Niehorst und am Brockweg an der Autobahn. Das entspricht laut Vorlage für den Umweltausschuss fast einem Drittel der kreisweit installierten Nennleistung. Zum jährlichen Stromverbrauch in Gütersloh von 748 Gigawattstunden im vergangenen Jahr trugen diese Anlagen 17,5 Gigawattstunden bei. Der rechnerische Windstromanteil in Gütersloh liegt bei etwa 2,3 Prozent, was etwas weniger ist als der Landesdurchschnitt, der nach dem Energieatlas NRW 3 Prozent beträgt.

Die Landesregierung verfolgt das Ziel, den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung auf mindestens 15 Prozent bis zum Jahr 2020 zu steigern. Das soll zum einen durch zusätzliche Anlagen, zum anderen durch den Ersatz bestehender durch leistungsstärkere, in der Regel auch höhere Anlagen geschehen (Repowering). Bei der Ausweisung von Flächen ist es ein Ziel, mehrere Windkrafträder in sogenannten Windparks zu bündeln – mindestens aber drei Anlagen.

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