Starke Frauen im Lesefrühling
Bild: Pieper
Freuen sich auf den Gütersloher "Lesefrühling": (v.l.) Annette Kornblum, die Hannelore Hoger einlud, Buchhändlerin Elke Corsmeyer und Autorin Christiane Güth.
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Den Auftakt macht der in Kenia aufgewachsene, in Hamburg ansässige Friedrich Dönhoff. Von Haus aus Drehbuchautor, hat er bereits mehrere Biographien und Krimis geschrieben. Unter dem doppeldeutigen Titel „Zeichen ihrer Zeit“ liefert er am 14. März das facettenreiche Porträt seiner Großtante: Marion Gräfin Dönhoff. Die viel geehrte Autorin, Chefredakteurin und bis zu ihrem Tod 2002 Herausgeberin der „Zeit“ wusste wie keine andere Journalistin über Macht und Moral zu schreiben – und zu richten. Ihr Großneffe wird seine literarische Hommage an diesen Freigeist mit Fotos aus dem Familienalbum und privaten Lebensdokumenten bereichern. Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Starke Frauen“ steht, findet in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle statt.

Als Nachfolger von Cees Notteboom wird der in New York lebende Niederländer Arnon Grünberg, Jahrgang 1971, gefeiert. In seinem jüngsten Werk „Mit Haut und Haaren“ offenbart er am 20. März zeitgemäße Liebesfallen, in die man(n) tappt. Mit Tempo und Tiefgang seziert er Verklemmungen, Verdrängungen – und den Selbstbetrug seiner Helden. Literarischer Slapstick.

Mit dem Auftritt von Schauspielerin Hannelore Hoger geht für Annette Kornblum von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass die Schauspielerin am 26. März im Theater aus Sibylle Bergs Abschiedsbrief-Sammlung „Und ich dachte, es sei Liebe“ rezitiert. Die Hoger gibt – begleitet von Siegfried Gramlich am Klavier – Marlene Dietrich, Frida Kahlo und Co. eine Stimme.

So sarkastisch wie skurril, so nachdenklich wie wütend geht es weiter: „Zeit“- und „Tagesspiegel“-Kolumnist Harald Martenstein liefert am 3. Mai ein „Best of“ seiner „Lebenszeichen“. Klug und politisch wunderbar unkorrekt durchleuchtet er der Deutschen Alltag und Befindlichkeiten. Kann es dafür einen besseren Titel als „Ansichten eines Hausschweins“ geben?

Durch seine „Lippekrimis“ bestens in der Region bekannt, hat sich das Autorenduo Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes für seinen jüngsten Roman „Schützenfest“ nun einen

Literaturfreunde, die die eingestellte Reihe „Cinebook“ im Gütersloher Cinestar bedauern, dürfen sich freuen: Elke Corsmeyer, die dort über lange Zeit Bücher zu den jeweiligen Literaturverfilmungen vorstellte, arbeitet nun mit dem Bambi-Filmtheater zusammen. Ab 26. März werden in dem Gütersloher Programmkino an der Bogenstraße einmal pro Monat, jeweils montags, unter dem Titel „Verfilmt“ Leinwandadaptionen bekannter und beliebter Romane gezeigt. Wie gehabt, wird bei einem Glas Wein der Hintergrund von literarischer Vorlage und Film vor der jeweiligen Aufführung kurzweilig beleuchtet. Zum Auftakt ist am 26. März „The Help“ nach dem Roman „Gute Geister“ von Kathryn Stockett zu sehen.
anderen Tatort ausgesucht: Paderborn. Am 8. Mai nehmen sie ihr Fans mit auf eine Mörderhatz entlang der Pader. Als Protagonisten fungieren ein junger Rockmusiker und eine ältere Dame, die Miss Marple Konkurrenz macht.

Als ein Wanderer zwischen den Welten versteht sich Chaim Noll. Geboren 1954 in Ostberlin, lebt er heute – nach Zwischenstationen in Berlin und Rom – überwiegend in Israel. Der Journalist und Autor versucht in seinen Büchern Verständnis für das Israel von heute zu wecken, wohl wissend um die Zerrissenheit des Landes und seiner Bewohner. In schön erzählten kleinen Begebenheiten offenbart er das Besondere der israelischen Gesellschaft. Noll wird sich auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde am 24. Mai in der Martin-Luther-Kirche vorstellen.

Mit Mord und Totschlag endet der „Lesefrühling“ am 14. Juni: Die Gütersloherin Christiane Güth präsentiert ihre dann noch druckfrische Krimikomödie „Cheffe versenken“. Als Heldin schickt die 45-Jährige die chaotische Trixi ins Rennen, die für einen ortsansässigen Reiseverlag eine Chronik erstellen soll und dabei gleich über die erste Leiche stolpert. Soweit die fiktive Geschichte. Reale Schauplätze sind die Innenstadt, der Rhedaer Forst und die Hohenzollernstraße. Mehr will Güth noch nicht verraten. Leser wissen bald mehr.

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