Steckrübe und Löwenzahn - längst wieder junges Gemüse
Akteure der ersten Stunde von Westfälisch Genießen: (v. l.) Friedrich Wilhelm Krüger, Wolfgang Sckeide (Marten), Pater Reinald aus der Abtei Königsmünster, Harald Peters (Marten) und Herbert Strothenke.

In Westfalen gibt es eine gastronomische Vereinigung, die das schon vor 25 Jahren erkannt hat. „Westfälisch Genießen“ heißt sie und wurde 1990 vom Gütersloher Wurst- und Schinkenhersteller Marten ins Leben gerufen. Seither setzen sich die Mitglieder mit zahlreichen Maßnahmen und Aktionen für die Esskultur der Region ein. Bis heute unterstützt Marten die Initiative zusammen mit der Vollkorn- und Pumpernickelbäckerei Mestemacher, dem Getränke-Hersteller Carolinen Brunnen und der Warsteiner Brauerei.

Ehrliche Küche mit regionalem Ursprung

„Als Gründungsmitglied freue mich heute über den großen Erfolg von Westfälisch Genießen und darüber, was wir gemeinsam mit den engagierten Gastronomen und unseren Sponsoren bewegen konnten“, sagt der Vorsitzende der Initiative und geschäftsführende Gesellschafter von Marten, Harald Peters. „Zu der Zeit, als wir den Verein gründeten, wurden sich die Menschen immer mehr ihrer Heimat bewusst“, erinnert sich Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Krüger. „Unsere Idee war es, Häuser, die eine gute und ehrliche Küche mit regionalem Ursprung pflegen, herauszuheben und sie dabei zu unterstützen, ihre Ideen und Philosophie nach außen zu tragen.“

Gütesiegel für mehr als 30 Restaurants

Mittlerweile prangt neben den Türen von fast 30 Restaurants zwischen Münsterland, Teutoburger Wald und Siegerland das ovale Gütesiegel „Westfälisch Genießen“, das verliehen wird an Betriebe, die das kulinarische Westfalen vorbildlich repräsentieren. In diesen Häusern kommt das auf den Tisch, was Region und Jahreszeiten hergeben. Die Zutaten stammen von Gemüsebauern und Viehzüchtern aus der Umgebung. Auch holen die Köche Produkte zurück in ihre Küchen, die lange fast vergessen waren, wie Steckrübe oder Löwenzahn. Nicht selten entstehen so Kreationen, die mit ursprünglicher Hausmannskost nur noch wenig zu tun haben. Doch auch die Klassiker werden nicht verleugnet, wenn auch mit etwas mehr Kreativität gewürzt, als die Großmütter das taten.

Nachwuchs stärken

Den Bezug zur regionalen Küche will die Initiative auch beim fachlichen Nachwuchs stärken und dabei Erfahrungen von fast 30 Küchenchefs weitergeben. Unter dem Namen „Westfälisch-Genießen-Akademie“ veranstaltet das Netzwerk Workshops für seine Auszubildenden und Jungköche in den Restaurants der Initiative. Jedes Mal mit einem anderen Themen-Schwerpunkt. Dabei werden auch zukunftsweisende Trends aufgegriffen, zum Beispiel die Avantgarde-Küche mit neuen Zubereitungstechniken.

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